Gespräche über Kunst und die Welt - im Podcast der Kunststiftung
00:00:06: Hallo und schönen guten Tag zum Podcast der Kunststiftung Sachsen-Anhalt.
00:00:14: Neuwerk heißt er, mein Name ist Anne Seiler und bei mir ist Marie Lynn Speckert zu Gast.
00:00:21: Grüß dich!
00:00:22: Hallihallo
00:00:23: Du bist nach Halle gekommen aus einem bestimmten Grund gerade?
00:00:28: Ja genau ich habe mal wieder, ich sage mal wieder es ist lange her eine Ausstellung die mich zurück in die Fast-Heimat bringt, gefühlt.
00:00:38: Du bist neunundachtzig in Hannover geboren?
00:00:42: Du lebst im Berlin und du hast hier an der Burg studiert.
00:00:45: Ja, geborene in Hannova da habe ich natürlich meine ganzen Schulabschlüsse gemacht.
00:00:49: Ich bin nach Halle gekommen auch über Umwege, über Hamburg und Köln.
00:00:53: aber meine Mutter ihre Schulfreunden... war, kann man inzwischen sagen.
00:00:59: Professorin Una Mörke habe ich sozusagen einen kleinen Schlumpenkurs bekommen wie die Strukturen an der Kunsthochschule Halle sind und konnte dann auch überlegen okay wo möchte ich eigentlich hin?
00:01:11: Wo möchte ich studieren?
00:01:12: Hat mich auch an mehreren Unis beworben Und am Ende hat mir aber Halle eben am besten gefallen nicht nur durch die Frau Mörkel natürlich sondern auch weil ich gemerkt hab dass hier durch die verschiedenen Handwerke, ich das meiste profitiere für mich.
00:01:25: Weil für mich ist immer diese Gedanke wie kann ich am meisten selber etwas herstellen als dass sich das in Auftrag gebe?
00:01:33: plus die Technik zu wissen und zu lernen ist einfach für mich total wichtig.
00:01:38: Das ist auch rückzuführen zu meiner Mutter die Flutistin ist und wir aus einer Musikerfamilie kommen wo es einfach wichtig ist dass man die Tonleiter kann ehe Mann in die elektronische Musik zum Beispiel geht.
00:01:49: Wenn du dich als Künstlerin beschreiben müsstest, was sagst du dann?
00:01:55: Was machst Du?
00:01:58: Das ist die schlimmste Frage, die man mir stellen kann.
00:02:00: Jedes Mal überlege ich auch gerade wenn meine Wider schreibt, was ist der erste Satz den man reinschreibt?
00:02:08: also Ich mag mich auch gar nicht in eine Richtung so drängen aber meistens sage ich interdisziplinär arbeitende künstlerin medien geste... Also Medienkünstlerin.
00:02:17: Wenn man mich fragt, was hast du studiert?
00:02:19: und sagt ich bin Bithorin.
00:02:20: Also es ist eigentlich irgendwie ein bisschen von allen aber ich finde eben die Interdisziplinäre.
00:02:25: oder neuerdings sagt man glaube ich auch Transdisziplinaire weil ich einfach in allen Richtungen mir etwas zusammen wasse sage ich so.
00:02:33: für mich ist es unabhängig davon was sich ja also immer dieser klassische Gedanke eine Malerin oder einer Bitherin wenn egal wo ich mich irgendwie in einen Gespräch Begebe ist auch immer genau das irgendwie.
00:02:46: Ja, es ist so wie wenn du als Malerin versuchst ein Bild vorher im Gedanken zu bauen.
00:02:51: Das habe ich nicht!
00:02:52: Das ist es halt nicht, ne?
00:02:53: Sondern ich arbeite einfach mit Materialien und mit ihrer Haptik.
00:02:56: Und für mich ist es wichtig, dass zusammenzubringen.
00:02:58: Es kann sound sein oder visuell.
00:03:00: Das muss eben nicht ein Gegenstand sein oder...
00:03:03: Zu den Anfangsfragen im Podcast gehört auch immer noch was verbindest Du mit der Kunststiftung Sachsen-Anhaltz?
00:03:10: Also ich meine, ich habe ja hier einfach auch studiert diese fünf Jahre und die Kunststiftung war immer Dreh-und Angelpunkt.
00:03:16: Es war für mich immer gedanklich dieses irgendwann bin ich mal da und repräsentiere auch das was Halle zu bieten hat oder was Sachsen-Anhalt zu biten hat.
00:03:26: Und wir sind nicht viele, also viele Künstlerinnen und Künstlern.
00:03:29: Ich glaube wenn man nach außen geht Wenn man nach Berlin oder irgendwo hingeht dann kann man das gar nicht glauben, dass so gute Künstlerinnen und Künstlern hier sind.
00:03:35: Aber die sind da!
00:03:36: Und sie werden eben auch repräsentiert von der Pundstiftung.
00:03:39: Das ist das wo ich einfach dazugehören wollte.
00:03:42: Und das heißt einen Stipendium hast du gemacht?
00:03:44: Eins machst du gerade?
00:03:45: Genau!
00:03:46: Das erste Stipedium war für mich ja auch einer der ersten, die ich nach meinem Studium hatte.
00:03:50: Da habe ich ja auch noch ein Halle gelebt.
00:03:53: Ich glaube, das war eigentlich nach dem graduierten Stipenium... mein Glückslost.
00:03:59: Und da hab ich halt wirklich auch mal das erste Mal, die Arbeiten realisieren können, die ich so im Studium gar nicht finanzieren konnte.
00:04:06: Ich meine klar, so ein monatliches Stipendium ist jetzt auch nicht so hoch, ne?
00:04:10: Aber... ...ich habe ja noch eine Halle gelebt!
00:04:13: Damit hat es funktioniert in Berlin.
00:04:14: Das ist eine andere Sache.
00:04:16: Da habe ich das erste mal wirklich das Geld in die Hand genommen und gesagt, ich habe das und das in meinem Kopf.
00:04:20: Ich könnte es so ohne diese Förderung nicht machen also nutze sich das jetzt.
00:04:24: Ich habe das auch noch nicht mehr zum Leben genutzt unbedingt Aber ich habe es eben dafür benutzt, genau.
00:04:29: Und das jetzt ist ja praktisch dadurch entstanden dass sich auch zwischenzeitlich mir also auch parallel zum Studium habe ich mir immer Kontakte zur Anatomie aufgebaut.
00:04:40: Ich hab als CV gearbeitet dort und habe für die Sammlungen gearbeitet, habe viel medizinische Präparation gemacht.
00:04:48: erst hatte ich tierische Präparationen, also zoologische Prärationen.
00:04:52: Das sieht man ja in meinen Arbeiten und im Anschluss habe ich mich aber dann auf die medizinische Prääparation spezialisiert.
00:04:58: und wegweisend in die Richtung zu gehen war eigentlich ein Seminar, ein Kunstgeschichtsseminar was wir hatten wo es um Präpiration ging oder ich überhaupt das erste Mal an der mäcklichen Sammlung war.
00:05:10: Dann hab' ich gedacht so wenn es möglich wäre mit denen einfach einen Projekt zusammenzuarbeiten dann doch durchs die Kunststiftungen Und was für Möglichkeiten gibt es hier, dürfte ich mal in die Sammlung.
00:05:22: Dürfte ich recherchieren?
00:05:23: Darf ich hier Fotos machen und da waren sehr viele Limitierungen also keine Fotos.
00:05:28: Ich durfte keine Fotost mit nach Hause nehmen.
00:05:30: Ich dürfte auch nichts publizieren, was auch total verständlich ist.
00:05:34: Die mecklischen Sammlungen vielleicht nochmal für den Hintergrund eine der größten anatomischen Sammlungen Europas oder weltweit sogar.
00:05:41: Und da sind sehr viele wertvolle Präparate.
00:05:44: wahrscheinlich liegt das ein bisschen
00:05:45: auch daran.
00:05:46: Alte Wertvolle Aber natürlich auch ethisch fraglich, aber das haben meistens die Sammlung immer.
00:05:52: Also es ist ja ein Thema was da überall ist und sie ist eben nicht öffentlich zugänglich.
00:05:58: Man kann sich eine Beführung buchen, aber sie ist nicht öffentlich zu gänglich!
00:06:03: So Stichwort Anatomie.
00:06:05: war das vorher für dich schon ein Thema oder hat das für dich dort gezündet?
00:06:10: Das war schon immer ein Thema.
00:06:12: Erzähl
00:06:12: mal wann ging's los?
00:06:13: ich hatte so ein bisschen das Gefühl beim Ansehen deiner Arbeit Die Marie hat schon früher Puppen setziert und mal guckt, was drinnen steckt.
00:06:22: Nee, das war ich nicht!
00:06:24: Ich habe natürlich auch immer diesen Gedanken dahinter des armen Tieres gesehen.
00:06:27: Da ist auch der Grund, weshalb ich von der Tierpräparation weg bin.
00:06:31: Wo ist das entstanden?
00:06:32: Eigentlich im Jahr zwei Tausend Fünfte.
00:06:33: mit meinem Abschluss war die Frage – Was machst du,
00:06:36: Marie?!
00:06:37: Also mit der Kunst wirst Du so nicht leben können.
00:06:39: Du kannst als Metallbauerin arbeiten weil ich Metallbetaurei studiert hab... Vielleicht kann ich das.
00:06:44: Ich habe aber auch keinen Schweißerschein, jetzt schon, aber damals nicht.
00:06:48: und dann hab' ich halt parallel eben immer als TV dort gearbeitet weil ich schon Existenzängste hatte und dachte wo könnte ich hin?
00:06:53: Und ich wollte eigentlich Medizin studieren, da ging gar nichts.
00:06:56: also mit meinem Abi, er hat ja noch nicht meinen Abi, also kann ich vergessen!
00:07:00: Ich dachte okay Tierpräparation... Die Knochen haben mich interessiert gar nicht die Haut sondern Die Knochen, aber das macht ein Tierpreparator eigentlich gar nicht so.
00:07:09: Der Tierpräparator ist für die Außenhülle.
00:07:12: Ich will es jetzt nicht permanent... Das ist nicht immer so, aber meistens ist er für die Aushöhle zuständig gemacht in sozusagen eine Form dafür und das hat mich nicht gereizt.
00:07:20: Mich hat gereizт was da drin ist.
00:07:21: Was passiert da?
00:07:22: Und wie konserviert man?
00:07:24: Wie macht man da so einen Screenshot von?
00:07:26: Dann habe ich mich einfach mal informiert und es gibt sogar ein Zeitungsartikel darüber.
00:07:31: Marie möchte eine Weiterbildung in der Charité machen, habe ich nie gemacht, würde ich auch nie machen Ausbildungen zum medizinischen Präparator machen.
00:07:38: Das ist die ganze Dicke in der Zeitung.
00:07:39: Habe ich nie eingelöst, das versprechen.
00:07:42: Okay dieses Geheimnis wurde hiermit gelüftet?
00:07:44: Ja, er wurde
00:07:44: gelüfftet aber ich bin direkt ins Institut gegangen und hab da die Präpirationen und die Plastination kennengelernt, die ich so in einer Ausbildung nicht gelernt hätte.
00:07:55: Das ist eigentlich mein direkter Zugang auch zur mäklischen Sammlung, weil die machen auch medizinische Präparationen mehr.
00:07:59: Darüber bin ich dann aber zu einer Stelle gekommen im Institut für Veterinärpathologie und habe dann in der Pathologie dort direkt als medizinische Präparentoren ohne Ausbildung vier Jahre gearbeitet.
00:08:12: Was kommt denn da rein?
00:08:15: Also jetzt bei einem präparierten Tier ist es Holzwolle Es ist PU.
00:08:20: All meine Skulpturen der Hirsch sind alle aus Schaumstoff.
00:08:24: Also Anatomie hat dich interessiert, die Tiere haben sich interessiert.
00:08:27: War das irgendwas was in deiner Kindheit eine Rolle gespielt hat?
00:08:30: Die Liebe zu Tieren?
00:08:32: Ja also meine Ur-Onkel Großväter... Väterlicherseits!
00:08:37: Ur-onkel.
00:08:38: Ur- Onkel väterlicherseits waren auch Präparatoren Aber ich hatte mit denen gar nicht so einen Kontakt.
00:08:44: Ich habe das nur, wenn ich bei meiner Oma im Keller war und dann noch die ganzen alten Schädel da standen, die sie dann auch gespendet hat weil sie einfach nur zwischengelagert waren.
00:08:52: Weil ihr... Das hat mich fasziniert!
00:08:54: Der Geruch ist funktioniert halt in jeder Situation.
00:08:58: also man muss gar nicht viel um das Objekt sag' ich jetzt mal, also um den Schädl machen?
00:09:04: Es funktioniert einfach mit der Präsenz.
00:09:07: Und dass es ist ob es ein Keller gestapelt ist, ob es in einer Abstellkammer In Metallschränken oder auch in einem Holzschrank steht.
00:09:16: Es ist total egal, es funktioniert!
00:09:18: Es ist immer aussagekräftig und sehr ausdruckstark... Es hat
00:09:21: eigentlich immer eine Message aber es hat auch immer eine Atmosphäre.
00:09:29: Für mich ist sobald der Tod eintritt, ein Material von mir.
00:09:31: Sag ich so doof!
00:09:32: Es hört sich emotionslos an und es ist aber nicht.
00:09:34: Also soweit... Das ist jetzt philosophisch und das passt auch zu den anderen Themen.
00:09:39: Wie bald die Seele schwindet merkt man halt einfach der Körper erschlafft.
00:09:43: dann ist das was vor allem ist nicht mehr unbedingt das was es war.
00:09:47: deswegen kann ich das gut trennen voneinander.
00:09:49: Das heißt dass es nicht dieses boah das war mal ein Tier oder das war mein Mensch Aber das ist schon sowas.
00:09:55: wie soll ich's beschreiben?
00:09:57: Es hat auch so eine Gelassenheit, es ist einfach da und es ist immer ein Kontrast.
00:10:01: Ich kann es sicher klären, das ist immer einen Kontrast und ja ich will nicht sagen Mobide aber es hat auch eine Kälte die mir aber gefällt.
00:10:08: Das ist wie wenn man Fleisch aufschneidet und das Fleisch hat eine schöne Farbe.
00:10:13: Da du ja als Künstlerin an diese Themen und Sachen rangehst können wir uns vielleicht mal so ein bisschen über deine Diplomarbeit, ich denke das war deine erste größere Arbeit?
00:10:23: Das ist was ganz Besonderes dieser Hirsch.
00:10:26: Also zum Hirsch selber bin ich gekommen, weil ich zu der Zeit... Ich habe wie gesagt viele Praktika gemacht.
00:10:31: Ich hab mit Ingo Kobmann gearbeitet, den ich auch durch das Seminar für Kunstgeschichte kennengelernt habe.
00:10:37: Er hat einen Vortrag gehalten und dann habe ich ihn angesprochen, er hat in Berlin gearbeitet und da habe ich immer da ausgeholfen.
00:10:43: Und dann hab' ich aber gedacht so was er auch total bricht was mir auch an seiner Arbeit gefällt.
00:10:49: Er präpariert nicht einfach, also macht er Aura Präparate für eine Sammlung, sondern er macht die für die Filmindustrie oder Spezialanfertigung für irgendwelche Leute, die eine Idee haben.
00:11:00: Für Künstler und Künstlern für Bismarck macht da auch die Präprate.
00:11:04: Was ich bei ihm eben spannend fand, was ich da gelernt habe ist... Das ist jetzt eigentlich auch ein bisschen konträr zu diesem Schädel.
00:11:10: Diese klassische Darstellung vom rührenden Hirsch oder von dem Kopf ist langweilig.
00:11:14: Entschuldigung, es ist lang weilig!
00:11:15: Ich muss das nicht so sehen.
00:11:16: ich möchte eigentlich dass der Tier was mal gelebt hat und was jetzt wieder in so eine Art Seele eingehaucht bekommt durch das künstlerische Schaffen.
00:11:24: von demjenigen der es baut möchte ich auch dass er sich währt oder dass der auch eine Stärke zeigt, oder auch eine Schwäche.
00:11:30: Aber auf jeden Fall eine Emotion und nicht ein starres.
00:11:33: Okay ich bin ein Vogel okay Ich bin ein rörender Hirsch weil ich mal gerührt habe sicherlich Nein.
00:11:39: das kann auch ein Hirsch sein der im Raum integriert vielleicht Angst hat und in einer Kampfposition geht Oder Der ausbrechen möchte.
00:11:46: oder auf jeden fall möchte ich Auf gar keinen Fall Ein Klassisch dargestelltes Präparat In irgendeiner meiner Ausstellungen sehen
00:11:54: vor allem dann seelenlos.
00:11:55: Ja Meinetwegen, ich hatte auch hier in der Kunststiftung zwei Präparate ausgestellt.
00:12:00: Den Trauerschwan und ein Kalb.
00:12:03: Und die waren alle in einer entweder fallenden Position oder in einer Kampfsituation.
00:12:08: Also nicht der schöne Schwan, der da steht und vielleicht noch seine Flügel ausbreitet... Auch nicht einen Kalb sowieso nicht!
00:12:14: Wer stellt den Kalb aus?
00:12:16: Also völlig konträr.
00:12:18: Ich ja, weil ich finde, Kalb hat genau so eine... Jetzt rede ich von Würde, dann könnte man jetzt auch sagen was ist halt einpräparat?
00:12:24: ne Würde?
00:12:26: Man würde jetzt annehmen.
00:12:27: Es hat eine Würde, weil irgendjemand es verewigen will?
00:12:30: Ja und dann irgendwie ein Symbol oder eine Truffeehe.
00:12:34: Truffehe ist ja auch so ein Thema in seiner Villa oder vielleicht in seinem Schlafzimmer haben möchte und sei es nur das Geweihe eines Hirsches oder die Fote also hier eine Klaue, die dann als Halterung da ist... Also ich mag's nicht!
00:12:48: Ich mag sowas auch nicht in meiner Wohnung haben.
00:12:50: aber Ich denke, wenn ich schon so ein totes Tier vor mir habe und ja dann möchte ich dem auf jeden Fall wie eine Seele oder wie so ein Leben kurz nochmal einen Ausschnitt seines Lebens darstellen.
00:13:02: Und was hat der Hirschmann bekommen von dir?
00:13:05: Von einer Körperhaltung?
00:13:06: muss man sich den so vorstellen ist er in einer Position wo er in Angriff geht.
00:13:11: das heißt es Gewei.
00:13:12: also der Kopf ist geduckt und das Gewei richtet sich nach je nachdem wie er steht meistens zum Publikum.
00:13:20: Der ist eins zu eins, ne?
00:13:21: Er
00:13:21: ist eins-zu-eins groß.
00:13:23: Der Kopf ist präpariert also war ein lebendiger Hirsch das heißt der.
00:13:28: ich weiß nicht wie er verstorben ist.
00:13:30: Ich habe ihn vom Jäger wahrscheinlich erschossen.
00:13:32: Das Geweih gehört sicherlich nicht zu dem Hirsch aber ist auch zu mir gekommen und den Rest des Körpers hab' ich nicht besessen.
00:13:39: das heißt ich hab' den dann rekonstruiert mit Bleiplättchen der Vineritterrüstung wirkt Und ich hab dem noch Hüfe gegeben also Clown gegeben aus Bronze gegossen was ich auch an der Burg gelernt habe.
00:13:50: Und es stand dazu ein philosophischer Satz, also das Werk ist ja böse Zwillinge
00:13:56: des Menschen.
00:13:58: Was meinst du damit?
00:13:59: Wir haben immer auch eine aggressive Seite oder eine hilflose Seite, die ja nicht unbedingt der böse Zwilling ist sondern die auch einfach einhergeht mit der guten Seite.
00:14:09: Ich meine es weiß ich nicht wenn ich jetzt ein Hirsch wäre und ich wären in so einem Raum und ich würde ausflippen weil ich da nicht hingehören Angst hätte und aggressiv werde als zerstöre.
00:14:18: Es ist eigentlich automatisch Böse Sondern das ist einfach gerecht Oder?
00:14:22: Das ist gerechtfertigt!
00:14:23: Ich kann's verstehen.
00:14:24: Trotzdem ist es aber eine Handlung der Aggression.
00:14:27: Und ich denke, beides ist vorhanden der friedliche Hirsch.
00:14:30: Aber der genauso ... Eine dunkle Seite hat nicht vielleicht keine Aggressive.
00:14:34: Vielleicht war das Arschloch im Wald gewesen?
00:14:39: Ich hab immer mir gedacht, ich möchte genau das rauskitzeln aus den Arbeiten was nicht komfirm ist und das kann eben auch unangenehm sein!
00:14:47: Was ist deine kontroverseste Arbeit diesbezüglich?
00:14:50: Das ist tatsächlich auch ein Teil meiner Diplomarbeit und zwar Alfam.
00:14:53: Es ist keine Skulptur in dem Sinne irgendwo schon.
00:14:56: Und zwar meine oder Greyhounds, meine Windhunde haben während der Ausstellung eine Fleischskulptur.
00:15:03: also es ist einfach ein Berg mit Fleisch und Knochen die ich zusammen gepackt habe.
00:15:08: jedes mal sieht die anders aus weil jedes Mal hab' ich andere Fleischstücken und die Hunde fressen während der auch Ausstellungseröffnungen diese Skulpturen nicht nur kaputt sondern sie zerreißen sie.
00:15:21: Das ist ein Jagdhunde,
00:15:22: ne?
00:15:22: Genau.
00:15:22: Es sind Jagdtunde aus Spanien und Tierschutz die für Hasenjagd eingesetzt werden und auch stark unter Tierleid leiden in Spanier immer noch.
00:15:33: Auch das ist so für mich die einer der wenigen Rassen Ich weiß nicht ob man das sagen kann Die für mich vom Instinkt her noch am ehesten funktionieren Und das nutzen wir ja für den Jagd.
00:15:44: Jedes Mal, wenn ich diese Performance gemacht habe... Wir stellen uns vor.
00:15:49: Wir haben eine Ausstellung in White Cube.
00:15:51: Da ist ein Metall.
00:15:53: Ich hab die Fleischstücke immer auf Metallplatten gepackt,... ...die ich geschweißt habe, die aussehen wie Richtplatten.
00:16:01: Richtplatte sind Platten wo man Metall biegt und schlägt.
00:16:04: Und Richtplaten passt auch ganz gut zu hinrichten oder richten.
00:16:09: Einfach vom Wort her!
00:16:10: Wir stellen uns diesen weißen Raum vor, wo dieses Fleisch eben besonders viel kontrastreich hat und Menschen kommen rein.
00:16:18: Menschen trinken Wein oder weiß ich den Sekt und die Hunde völlig unaufgefordert fangen an halt sich an diesem Fleisch zu nähern.
00:16:27: Und in unseren Gedanken ist es eigentlich so dass das doch total aggressiv und dynamisch verlaufen müsste.
00:16:34: So war es nie der Fall.
00:16:35: Ich hab die bestimmt zehnmal gezeigt, diese Performance mit unterschiedlichen Hunden und mit Hunden, die mitgebracht wurden von den Gästen.
00:16:41: Und das gab nie eine Auseinandersetzung.
00:16:43: Es war immer so dass ich ... Das Rudel, sag' ich mal also die Hunde, die sich im Raum befanden untereinander vorab schon abgesprochen haben wäre als erstes.
00:16:51: Und wer danach?
00:16:52: Die haben die Hackordnung festgelegt!
00:16:54: Ja und das alles stillschweigend.
00:16:56: Dann haben die Menschen da drumherum gar nicht mit gekriegt weil die hatten ihren Fokus auf dieses Fleisch um den Hund der Frist.
00:17:01: Es gab dann dieses Kontroversis, dieses Zwischen.
00:17:05: Oh das finde ich ja total eklig.
00:17:07: Mir ist auch interessant und dann gibt es so eine entspannte Stimmung bei den Leuten wie sie sehen dass diese Fleischklöpse zerhackt werden mit der Geräuschkulisse ist natürlich phänomenal wenn die dann mal was abkriegen und dieses auch mit irgendwie auf die Richtplatte was knallt so ein Stück Knochen oder so und anstatt dass man da irgendwie mit Ekel rangeht was sich erstmal vermutet hätte denkste erst einmal der Hund frisst Fleisch Bristfleisch und kein Trockenfutter eigentlich.
00:17:35: Also so gesehen ist das jetzt auch nichts Ungewöhnliches, aber in diesem Rahmen im White Cube hätte ich gedacht dass sehr viel mehr Ekel hervorkommt Und es ist nie der Fall.
00:17:44: Es war immer der Punkt dass die Zuschauer-Zuschauerinnen Besucherinnen besuchern sich entspannt haben und sich das angeguckt haben wie als wäre das ein Show.
00:17:51: also wir haben das nicht angegeben Wir haben nicht angefangen wie Hunde am angefangen.
00:17:56: Das lief einfach weil.
00:17:57: die Hunde haben einfach gegessen und dann wenn einer satt war kam der nächste dran.
00:18:02: Ist das mal völlig unspektakulär von der Seite?
00:18:04: Von dass, was man erwarten würde.
00:18:06: Und was in den Menschen aber vorgeht, finde ich halt irgendwie interessant und fraglich so... ist das eine Ordnung?
00:18:14: Es hat halt diese Meinung oder dieses... Was man sich vorstellt eben einfach gekippt.
00:18:19: Also plötzlich wird der Zuschauer eben auch zu einem Teil dieser Performance.
00:18:23: Man sieht die ganzen Handys, die da drauf starren wie es dann halt so Thema ist.
00:18:29: Ich kann natürlich meine Gefühle zu diesen Zu meinen Werken oder zu meinen Inspirationsquellen nicht an den nächsten unbedingt weitergeben, aber jeder entwickelt glaube ich schon ein Gefühl zur Arbeit.
00:18:40: Das Zerlegen von Tieren oder Fleisch oder das Zerlegen von ehemals Lebendigem spielt in deiner Arbeit eine Rolle?
00:18:50: Wir haben ja gerade über die Hunde geredet.
00:18:52: du hast noch eine andere Arbeit.
00:18:54: da spielt ein Hummer eine Hauptrolle und beschreib mal die Arbeit.
00:19:00: Also es geht um ein Video, was ich auch in einem Loop spielen lässt weil ich sie mir ganz gut vorstelle wie so eine japanische Straßenwerbung.
00:19:09: da geht's darum dass sozusagen eine Frau oder eine Person macht sich zurecht im Anfang also ihre Haare und zieht sich auch schick oder speziell an und setzt sich einen Tisch und zerlegt dann nach den Regeln des Knicke einen Hummer.
00:19:26: Da geht es mir auch vor allen Dingen darum, dass bei der Frau ist sozusagen keine Mimik zu sehen sondern man sieht nur ihre Lippen also wie sie ist aber ansonsten hat sie eigentlich kein Gesicht.
00:19:38: da geht's mir eben vor allem darum auch wie sieht das Fleisch aus?
00:19:41: Der Hülle heraus zieht also das Fleisch des Hummers aus den Schalen sozusagen wieder eine Zerlegung oder eine Art Heutungen Aber auf eine andere Weise, die sehr stark mit Sound unterlegt ist.
00:19:54: Das heißt dieses Video außer am Anfang wo sie sich zurecht macht und man auch kein Gesicht sieht... ...ist eigentlich nur das Knacken wie sie den Hummer zerlegt.
00:20:03: Das ist martialisch oder?
00:20:05: Ja es ist schon martialisch.
00:20:08: aber ja genau ich stelle mir das immer so vor an einen Befehl oder so.
00:20:13: Aber es hat leider noch nicht funktioniert.
00:20:16: Ich dachte so ein Kunstbefehl dass die Leute dann so essen und das dann sehen.
00:20:22: Und dann nochmal überlegen, ob sie sich den Homa nehmen oder so.
00:20:26: Du findest ja deine Arbeiten, deine Werke quasi überall also nicht nur in den Sammlungen wie zum Beispiel der Meckelschen sondern im Grunde überall wo du gehst und stehst kannst du sozusagen vielleicht mit einem anatomischen Blick schauen.
00:20:41: was kommt als nächstes?
00:20:43: Was fasziniert mich als nächstes?
00:20:45: Das Innenen was ich nicht sehen kann.
00:20:47: Absolut!
00:20:48: Ja doch Das ist auch so eine Büchse der Pandora, mag ich gerne.
00:20:53: Ja also was ich natürlich durch die Anatomie-Makroskopie vor allen Dingen gelernt habe ist Plastination und ich hab sowas eben ausprobiert an Schafsköpfe, die ich vom Lebensmittelladen kaufen konnte ja und hab da praktisch diese Prozesse von mann entfettet etwas oder man entwässert.
00:21:16: Man geht diese ganzen Prozesse durch, man friert die ein, man schneidet sie in dünne Schnitte und das sind viele, viele Prozisse.
00:21:23: Die wollte ich lernen damit ich sie an meiner Kunst anwenden kann und damit ich eben vor allen Dingen diese Prozese auch wieder installativ darstellen kann weil was da für Sound und was dafür Wunder passieren in der Zeit werden ja dann wieder schlecht oder verändert sich wieder.
00:21:40: ne?
00:21:40: Das ist halt geil!
00:21:42: Ist dir
00:21:43: das wichtig, also jetzt mal abgesehen vielleicht von deiner Diplomarbeit?
00:21:47: Deine Kunstwerke, dass die sich weiter verändern.
00:21:51: Ja ich fände es auch gut wenn sie irgendwann verschwinden.
00:21:55: Das ist irgendwie auch gut aber dafür habe ich sie zu gut konserviert.
00:21:59: Ich glaube nicht, dass Sie sich auflösen.
00:22:01: Wer sind deine Vorbilder in der Kunst?
00:22:04: Also Vorbild ist Messjubani.
00:22:07: Auch der zeigt viel so Prozesse in seinen Cremester.
00:22:12: Wie ist Wait of Soul entstanden?
00:22:15: Und vor allen Dingen dieser Name dazu, weil du vorhin gesagt hast die Seele ist dann nicht mehr da.
00:22:21: Jetzt ist ja doch noch ein Werken drin oder hast du sie zurückgebracht?
00:22:25: Das ist tatsächlich irgendwie immer Thema.
00:22:27: was ist die SeeLE und das Wort SeeLE sehr auch sehr religiös belastet?
00:22:32: Oder es ist das Bewusstsein?
00:22:35: Aber es gab eben die Theorie dass die Seele in bestimmten Grammzahlen messbar ist.
00:22:42: und sobald der Körper stirbt, ist diese Seele eben nicht mehr im Körper weil man genau das berechnen hat.
00:22:48: Aber der Arzt, Marc Dugel, der hat dieses Experiment gemacht und er hat dieses experiment auch an Tieren gemacht und hat festgestellt als er Hunde hatte, dass sich da dieser Unterschied eben nicht bemerkbar macht Tiere keine Seele haben.
00:23:09: Das war für mich ein Grund, jeden Gegenstand und jeder Werk, was ich habe eine Grammzahl zu geben.
00:23:15: Weight of Soul komplett!
00:23:17: Und das war für mehr bei der Gedanke überhaupt okay?
00:23:20: Was ist die Seele?
00:23:21: oder gibt es einen Bewusstsein?
00:23:23: oder warum wird sie überhaupt bemessen und gesucht?
00:23:26: Diese Fragen sind ja immer noch nicht geklärt.
00:23:28: Wollen wir die klären?
00:23:29: also... Wo ist die Seele?
00:23:31: Was ist der Bewußtein, wo steckt sie?
00:23:34: und das ist ja auch ein Thema jetzt in der mecklischen Sammlung mit dem gallischen Schädel.
00:23:38: Wer unterteilt wird, welche Emissionen im Kopf verankert sind dieses Bestreben nach alles zu erklären.
00:23:46: Dieses Bedürfnis kannst du nicht nachvollziehen.
00:23:48: oder hast du das vielleicht irgendwo
00:23:49: auch?
00:23:51: aber ich finde es eben auch gut dass manche Sachen sich nicht klären lassen aufklären lassen und dass wir nicht wissen was nachem Tod hingeht.
00:23:57: und grad so.
00:23:57: Nahtoderfahrungen sind ja auch total spannendes Thema.
00:24:01: Ich hab dann eben in dieser Ausstellung, also Weight of Soul.
00:24:07: Da habe ich alle Arbeiten zusammen auf die Waage gestellt und das ist jetzt praktisch meine Arbeit.
00:24:12: Meine Werke sind jetzt halt meine Seele.
00:24:14: Das was ich da zeige ist natürlich auch sehr plakativ aber ich habe mich darüber auch lustig gemacht logisch.
00:24:20: Also die Theorie dass die Seele so bemessbar wäre oder überhaupt messbar ist.
00:24:25: Ja das habe mit Humor aufgegriffen und sozusagen so auch meine Ausstellung benannt Eben ein Stahl, was sich im Kilo wiegt.
00:24:34: Wie sind das noch darauf?
00:24:35: Und da warten nicht meine, wie viele Fälle und so da, also wie viele Seelen in einen solchen Bild von mir stecken.
00:24:41: Was sind deine Arbeitsmaterialien?
00:24:42: Das stand ja auch an einem deiner Bilder.
00:24:45: Sie arbeitet mit Fell, Haut und Haaren.
00:24:49: Ja endlich schon!
00:24:50: Also vor allen Dingen am liebsten mit Stahl wenn man es leisten kann.
00:24:55: Also vom Werkstatt... Pensum her.
00:24:58: Aber dann als Gerüst, oder?
00:25:00: Als Gerüst und ich habe auch Skulpturen gemacht aber das mache ich schon nicht mehr.
00:25:03: also eher als Geröst oder als Bestandteil von den Werken vor allen Dingen aber auch um das Material so Ich mag dass es da ist.
00:25:12: Also es hat so ein Gewicht und dann arbeite.
00:25:15: ich hab ich eine Weile Bislang gerne mit Fell und mit Leder gearbeitet sehr viel was ich aber gar nicht mehr so mache sondern eher dann ich versuche gerade einfach Leder zu imitieren.
00:25:26: Ich mag dieses jetzt mittlerweile auch in die Richtung zu gucken, warum Leder.
00:25:31: Bist du auf der Suche wie alle gerade auch so ein bisschen?
00:25:34: Natürlich jeder auf seine Art und Weise und vor einem anderen Hintergrund sozusagen alternative Materialien zu finden.
00:25:42: zum Beispiel eben wenn man vegan lebt möchte man kein Leder haben.
00:25:47: So sieht es aus.
00:25:47: also bei mir ist das auch einen Punkt genau dass weil ich denke ich habe jahrelang meine Werke gestaltet finde ich es einfach auch nicht mehr in Ordnung.
00:25:58: Also von meiner Perspektive war schon gar nicht mehr an Ordnung, dass sich das Material gewählt habe und trotzdem weiß ich aber warum ich's gewählt hab.
00:26:06: Ich hab ja auch zum Beispiel einen Pferd präpariert – das hab' ich gar nicht präpäriert im Gegenteil!
00:26:09: Ich hab die Form gebaut und hab mir bei Ebay Kleinanzeigen ein fertiger Pferde-Teppich gekauft für Vierhundert Euro und hab den auf meine Form zurechtgeschnitten.
00:26:19: Da ging es mir zum Beispiel auch darum, eine Ressource zu nutzen.
00:26:22: Ein Tier, das einfach als Teppich bei irgendwem mal lag, was ich mir schon gar nicht vorstellen kann.
00:26:27: Wir haben ja ganz viele Kuh-Teppiche bei IKEA und Rinderteppiche.
00:26:30: Wieder ... Zum Leben sage ich's nicht, aber wieder in seine Formen, eine ursprüngliche Form zu bringen.
00:26:35: Er hat auch überlegt, ob ich das verbrenne, damit noch mal eine Zeremonie gibt?
00:26:38: Aber nicht so einfach mit dem ganzen Plastik, was da drin ist.
00:26:41: Also vom Ressourcen her ist alles nicht in Ordnung, ne?
00:26:45: Ich bin ein großer Fan von wie gesagt Abformen imitieren Alternative Materialien inzwischen.
00:26:51: Was ist jetzt die Alternative für Leder bei dir gerade?
00:26:54: Es gibt auf jeden Fall gute aus Pilzen hergestellten Leder, natürlich grade.
00:26:57: sehr spannend habe ich aber noch nicht probiert würde ich gerne wenn ich in die Richtung weiter arbeiten sollte ansonsten auch Gegenstände oder auch Tiere.
00:27:06: die finde also die tot sind und ich finde haben ja auch viele künstlerinnen künstlern gemacht mit bisher.
00:27:14: Die nimmst du
00:27:15: mit?
00:27:16: Und das kann ich eben fredi allen Da guck ich mal, was die damit macht.
00:27:19: Aber dann kann man vielleicht auch noch etwas rausnehmen?
00:27:22: Ist
00:27:22: da ein Kühlschrank vor der toter Mäuse und Vögel?
00:27:26: Ja also ich bin nicht mehr so in diese Richtung so interessiert mehr.
00:27:30: Ich hatte diese Idee oder für mich war es wichtig den Tieren eine Würde zu geben.
00:27:34: am Ende aber eigentlich schließt sich der Kreis da gar nicht so richtig weil ich hol mir das Tier vom Jäger was ja schon irgendwie komisch ist.
00:27:41: Also von der Seite finde ich auch dieses ganze Tierpräparation schwierig.
00:27:45: mittlerweile
00:27:46: In welche Richtung geht es denn jetzt bei dir?
00:27:49: Bei mir.
00:27:50: Und da kommen wir eigentlich wieder zurück zu dem gleich am Anfang, wie etwas dargestellt wird oder was für ein Gefühl das auslöst in den Betrachtern.
00:28:00: Mir geht's darum, mein Gefühl auszulösen und das muss nicht durch ein totes Tier sein.
00:28:04: Es muss auch nicht durch einen Hautlappenlein eigentlich sondern viel mehr.
00:28:09: zum Beispiel mit der heutigen oder diese Ringausstellung hatte ich auch überlegt, sollte ich Knochen konservieren und vielleicht verbieten?
00:28:19: Und anders darstellen.
00:28:20: Nein!
00:28:21: Ich meine wir haben die Präparate, wir haben diese Sammlung egal wie sie da stehen, sie funktionieren immer.
00:28:27: aber was sich schade finde ist eigentlich dass sie immer noch so ein Gruseln hinterlassen.
00:28:31: und was mich interessiert es eben genau dieses Grußeln oder das was du sagst das Mobide rauszunehmen.
00:28:38: trotzdem aber muss ja nicht immer das schöne Gefühl sein darf auch ein bisschen unangenehm sein.
00:28:42: Mir geht es wirklich darum, was zu bewegen in den Menschen.
00:28:47: Und wenn das Lamm aus Marzipan ist... ...was auch nicht mehr das Tier ist, was ich genommen hätte,... ...sondern eine Abformung eines Lammes,... ...was sich auch digital erstellt habe.
00:28:55: Also auch da arbeite ich viel mit drei D-Druck mittlerweile,... ...weil ich super die Form und dann forme ich das ab,... ...und dann mache ich daraus jetzt ne negative Form,... ...dann kann ich halt zum Beispiel mal die Panlammen machen.
00:29:07: Da kann ich genauso gut die Organe wieder aus Marzipan machen!
00:29:10: Und werden die dann gegessen?
00:29:12: Die werden dann gegessen, die werden am Ende auch per Gramm verkauft.
00:29:17: Erzähl mal ein bisschen über die Ausstellung, die du da gerade aufbaust in den meckerschen Sammlungen.
00:29:22: was sind denn noch für Sachen von dir zu sehen?
00:29:24: Genau ich hatte praktisch die Möglichkeit mit der, also in der Sammlung zu sein und mir die Präparate regelmäßig anzuschauen und auch viel backgroundwissen zu bekommen Und ich hatte mich für das Stipendium dafür entschlossen eigentlich drei, also ich sage eigentlich drei vier Werke, also Präparate zu nehmen und diese anders interpretieren in eine Ausstellung.
00:29:48: Hab auch alles angefangen und auch alles fertig gekriegt.
00:29:51: aber jetzt für die Ausstellung selber habe ich mich tatsächlich um paar Punkte gekümmert, die mir wichtig waren.
00:29:58: Also kann nicht alles zeigen ist einfach so.
00:30:00: der Raum ist nämlich gar nicht so groß.
00:30:02: es ist die alte Krankenhauskapelle vom Medizin Campus.
00:30:06: Also die ist stark sanierungsbedürftig und die wird immer wieder durch Spenden aufgearbeitet.
00:30:11: Und die mäckliche Sammlung darf oder kann uns sozusagen die Möglichkeit geben, der mal auszustellen?
00:30:15: Das ist alles ganz neu!
00:30:17: Umso toller finde ich das, dass sich diesen Raum nutzen kann... ...der auch sehr eingeschränkt ist, kann ich gleich sagen weil es ist einfach.
00:30:24: natürlich habe ich super wenig Handlungsmöglichkeit, darf nichts an den Wänden und nix.
00:30:29: Also fängt da schon an.
00:30:30: aber was zeige ich, was mir aufgefallen ist Vor allen Dingen wenn es dann um Doppelpräparate geht, also siamesische Zwillinge, durfte ich halt auch natürlich keine Bilder machen oder mitnehmen oder zeigen.
00:30:42: Das ist einfach ethisch betrachtet ein sehr schwieriges Thema und ich habe mich halt immer gefragt ja warum?
00:30:48: Wenn ich mir die Fotos angucke verstehe das ist halt ins Skelett und dann gibt's das einmal als Hautsch.
00:30:53: Also, präpariert sieht aber aus wie zwei Wudu-Puppen.
00:30:56: Wo ich auch dachte her okay das ist ja jetzt irgendwie alles na klar, vorschungsorientiert.
00:31:00: Aber die Präsentation mir nicht in der mäcklischen Sammlung, aber allgemein... Ist immer schaurig!
00:31:05: Egal ob ich jetzt von Hagen in die Körperwerte gehe und ich sehe die... also ich finde es interessant aus meiner Perspektive, aber ich verstehe auch die Leute die sagen boah!
00:31:15: Was vor allen Dingen aufgefallen ist, dass die Präparate alle so stehen wie erwachsene Menschen Also die Doppelpräparate.
00:31:21: Das heißt, die Föhrten oder Kinder, die ja eigentlich noch gar nicht stehen können, wie so rein anatomisch betrachtet, stehen da aber ganz gerade und gucken einen an.
00:31:29: Und das ist ja eigentlich gar nicht in dem Stadion möglich!
00:31:32: Dann habe ich halt gedacht okay was bräuchte es denn dass es halt eigentlich nicht mehr so schaurig und gruselig ist?
00:31:39: auch so eine Leichtigkeit bekommt und auch so ne Würde wieder, wir reden wieder vom Würde.
00:31:44: Was ja auch Teil war ... Ich meine die siamesischen Zwillinge sagt man gar nicht mehr, den Doppelpräparate haben halt wirklich oder Missbildungen.
00:31:52: Die wurden eben immer für die Forschung eingekassiert also die haben Mütter nicht gekriegt oder sie sind auch nicht ins Himmel reich gekommen.
00:32:00: Sie wurden einfach für die forschung genutzt und ich weiß noch nicht mal, ich glaub später wurden sie dann auch begraben teilweise aber eigentlich waren Genau, und ich hab mir dann gesagt so okay was finden wir denn in so einer Kirche?
00:32:13: Und da sehen wir halt viele Putten.
00:32:15: Also klar man assoziiert immer etwas Süßes und Niedliches aber die haben auch was superstrenges!
00:32:22: Wie würde so ein Doppelpräparat als Putter aussehen?
00:32:26: und ist das dann irgendwie relevant?
00:32:29: Der muss ja nicht laufen kann er fliegen also ist das noch relevant Genau.
00:32:35: Und dann habe ich halt einfach wirklich mir die Präparate rausgesucht und sie übersetzt in ... ja, in Putten.
00:32:43: Das wird halt gezeigt!
00:32:44: Das setzt total viel in mir in Gang, ne?
00:32:48: Also das eine ist das Ästhetische, das andere ist das Verbotene aber es ist trotzdem was halt existiert hat oder existiert.
00:32:58: Und die Putten, das ist interessant, dass du sagst sie sind streng.
00:33:01: Die haben ja was so vielleicht auch ein bisschen erhabendes.
00:33:05: Je nachdem wie man das eben für sich liest.
00:33:08: Naja und Sie gehen in den Himmel und sie sind in der Kirche und ich denke dieses spielerische ist es natürlich auch wieder eine Gratwanderung zwischen geht man da zu weit oder also das gefällt mir auch sonst würde ich's nicht machen.
00:33:21: Würdest Du Dich als Grenzgärin bezeichnen?
00:33:24: Ich bin nicht radikal genug, aber ich mag das eigentlich schon ein bisschen so zu testen.
00:33:28: Was auch bei den Putten noch wichtig ist, ist was jahrelang und eigentlich schon immer nur heute viel zu wenig wichtig für eine Institut für Anatomie war.
00:33:38: Jahrelange waren Bildhauer – immer!
00:33:40: Und das ist natürlich die Pute auch, ne?
00:33:41: Die Pute ist ja auch ein bildhauerisches Element, was im Kirchen vertreten ist unter anderem.
00:33:47: In der Präparation merkt man es auch.
00:33:49: in der Maglischen Sammlung gibt es häufig Zusammenarbeiten.
00:33:53: Wir haben jetzt zum Beispiel beim gallischen Schädel mitgewirkt.
00:33:57: Die haben Vermessungen gemacht, auf jeden Fall auch mit der Seele und auch mitgemacht.
00:34:02: Und die Bachbüste ist auch ein Thema einer meiner Arbeiten gewesen weil ja auch mit einem Bithauer zusammen eine Rekonstruktion von einem Schädl ins in die Büste gemacht hat, die dann eins zu eins aussah wie Bach!
00:34:20: Natürlich anhand von Vermessungen.
00:34:22: Das ist noch mal so ein Thema, was auch spannend ist.
00:34:24: Es ist geschichtlich gesehen immer der Bill Tower in dem Fall männlicherseits.
00:34:31: Du guckst oft in die Geschichte, sowas passiert ist, was gemacht wurde in bestimmten Zeiten wie umgegangen wurde mit den Themen... Leben tot, Würde
00:34:41: etc.,
00:34:41: Pepe.
00:34:42: Es spielt eine Rolle oder lässt du das jetzt quasi hinter dir?
00:34:45: Oder fließt es automatisch sowieso mit ein?
00:34:48: Ich glaube, es fließs automatisch damit ein.
00:34:50: Ich habe das Gefühl ich dürfte solche Arbeiten gar nicht erstellen ohne den geschichtlichen Hintergrund wenigstens angerissen zu haben.
00:34:56: Ich bin ja noch nicht mehr so in der Materie drinne.
00:34:59: Ich könnte jetzt keine Daten und nix nennen also da bin ich gar nicht gut drin geschichtlich.
00:35:04: aber ich finde ist wichtig dass man das weiß.
00:35:06: Du machst jetzt ne Ausstellung im Halle und dem Podcast Neuwerk, den wir hier gerade zusammen machen.
00:35:13: Da frage ich immer danach wie klingt deine Arbeit?
00:35:16: Und jetzt haben wir schon gehört du machst selber Sounds Machst auch Videos.
00:35:22: Das heißt also, bei dir ist weniger.
00:35:24: sozusagen die Präparation.
00:35:26: als Beispiel würde jetzt ein Sound machen oder vielleicht ein Triededrucker macht einen Sound, den können wir uns vorstellen.
00:35:34: aber bei dem Thema Sound was fällt dir da ein wenn du sagst ich würde jetzt versuchen meine Arbeit mal ohne dass sich sie sehr als Sound vorzustellen?
00:35:43: Was ist so etwas Typisches für deine Arbeit.
00:35:46: Ja, jetzt sind da zwei Ansätze.
00:35:48: es eines was mich inspiriert meine Arbeiten zu machen.
00:35:51: das ist ein anderer Sound als das was ich jetzt meinen arbeiten schenken würde.
00:35:55: Was inspirierte?
00:35:56: Also was mich inspiret sind tatsächlich Abzüge.
00:36:01: Es sind Kühltruhen Sind Sägen Aber sie sind eigentlich vor allem Kühletruhen die so eine Vibration haben.
00:36:08: und wenn dann mehr als einer in einem Raum ist dass häufig bei mir der Fall ist Das ist spannend.
00:36:13: Ich habe die alle aufgenommen.
00:36:14: Das ist total cool.
00:36:15: Wie die Brummen?
00:36:16: Ja, wie die Brummen und dann dieser Abzug dazu... Wenn man auch in so einem Kühlraum ist, das ist schon komisch aber das inspiriert mich irgendwie total.
00:36:27: Ich finde es also total geil!
00:36:30: Das klingt so als würdest du quasi ab und an mal einen kühlen Raum gehen um dich inspirieren zu lassen?
00:36:35: Ja
00:36:35: oder Keller auch
00:36:36: ne?!
00:36:37: Keller sind schön.
00:36:38: Und ich glaub, das ist häufig einfach dieses Thema Ruhe, obwohl es nicht Ruhe ist.
00:36:44: Man ist ja immer irgendwie umgeben von Sound und wie du sagst jetzt drei D-Drucker... Also wenn die mich im Atelier besuchsten, dass sie nicht die Cue tun weil die hab' ich gar nicht.
00:36:53: Die drei D Drucker.
00:36:54: Ich habe ja irgendwie zig Dreidrucker dastehen ähnlich.
00:36:58: Gut, die machen jetzt keinen speziellen Sound aber genau wir kommen zum zweiten Teil.
00:37:03: Das waren die Sachen, die dich inspirieren und dann sind das die, die sozusagen deine Arbeit ja untermalen oder einfach dazu gehören.
00:37:11: Und auch da ist dann der Sound eher wieder eine Atmosphäre zu schaffen.
00:37:16: Und zwar nicht die ich interpretiere in etwas sondern die ich gerne vermitteln möchte.
00:37:20: also es ist tatsächlich konkreter Sound der in der Ausstellung permanent zu hören sein wird.
00:37:26: Ich arbeite am liebsten mit Frequenzen Also versuche die zu verändern als dass sich jetzt irgendwie ein Effekt drauf tut.
00:37:33: Aber ich mag es eben Frequenzen zu verändern und sie auch da wieder mal unangenehm, mal angenehmen.
00:37:38: Weil ich glaube das eine geht nicht ohne das andere.
00:37:40: Man hat jetzt bei Frequenzfeld mal gleich wieder einen.
00:37:44: Bei Frequentspräparatetiere Herz?
00:37:47: Herz!
00:37:48: Auch das ist ja auch widerspiegelnd.
00:37:50: zum meiner Diplomarbeit gab's ne Videoarbeit die den Herzschlag als Technosound aber trotzdem jeder Schritt hatte sozusagen ein Klang Und das hat wiedergegeben den Blutdruck.
00:38:04: Für diese Arbeit habe ich mich komplett dafür entschieden, mit einem normalen Sinusklang zu arbeiten.
00:38:11: und was mir wichtig war, weil die Ausstellung heißt ja auch Dysmophilion ist es eine Verschiebung oder auch eine Dysharmonie.
00:38:19: Oder so eine Disharmonie passiert.
00:38:23: Die sich immer wieder einpegel und wieder auspegelt,
00:38:25: d.h.,
00:38:25: ich hab eigentlich mit einem Klang gearbeitet.
00:38:30: Das wäre cool, wenn... Ich kann mir so vorstellen dass auch der Himmel so klingt vielleicht.
00:38:35: Die Arbeiten sollen mit diesem Klang funktionieren und auf der Videoarbeit wiederum sind halt Fragmente vom Himmel die sich auf eine Video-Wall, die auch zerstückelt ist, sie ist nicht im einen.
00:38:46: also es sind keine sechs Greens die als ein Bildschirm funktionieren sondern das sind sechs Greens, die verschiedene Formate haben Und darauf wird eben verschiedene Himmelaufnahmen, die ich über die Tage Monate gemacht habe während des Stipendiums Genau, ich habe hier einfach zusammengeschnippelt.
00:39:38: Es ist eine Mischung aus sehr entspannend gleichzeitig aufregend weil man unbedingt wissen will wo geht der Ton jetzt hin?
00:39:49: Dann gibt es so ne Vibration die ist fast ein bisschen unangenehm.
00:39:54: also so eine Mische aus ganz vielem bedient ganz breite Emotionen bei mir jetzt.
00:40:00: Absolut das ist auch genau das was ich eigentlich erreichen möchte.
00:40:02: Das ist super!
00:40:04: Meine Hunde schlafen dabei sofort ein.
00:40:07: Also wenn ich das bei mir anmache, die pennen einfach weg.
00:40:10: Hier am Laptop hört sich das ein bisschen nervig an weil da einfach die Höhen zu krass sind.
00:40:14: aber es soll eigentlich ein angenehmes Fallen sein.
00:40:18: Falling Angel
00:40:20: Falling angel Die Dysmorfen Angel, die aus der meckelschen Sammlung stammen und aus deiner Hand.
00:40:29: Wir haben von dem Projekt mit dem Marzipanlamm gesprochen in Berlin.
00:40:35: Was gibt es denn noch, demnächst von dir zu sehen und vor allen Dingen wo?
00:40:40: Ich habe angefangen einen Raum also angefangen.
00:40:43: seit zwei Jahren hab ich einen eigenen Kunstraum auch in Berlin den ich mit zwei ja mit Viktor Petrov und mit Fanny Spank zusammen mache.
00:40:52: wir haben immer regelmäßig Ausstellung was wir ausbauen wollen jetzt einen zusätzlichen Raum jetzt frisch angemietet, ab Juni.
00:41:02: Wo auch künstlerische Forschung oder Forschungen in Schnittstellen anderer Forschung sozusagen präsentiert aber auch diskutiert wird, sprich Workshops und Lehre wird da passieren.
00:41:16: Das ist so mein neues Projekt.
00:41:18: In dem drei D-Druckbereich bin ich gerade sehr tätig seit ein paar Jahren und was wir jetzt machen ist da ein kleines drei D Drucklabor im Anschluss mit interdisziplierenden Jahren Kunst schaffen und Beratungen.
00:41:30: Wie verdienst du überhaupt Geld mit deiner Kunst?
00:41:34: Weil es ist ja sehr vergänglich, also die Vergänglichkeit spielt eine große Rolle bei dir.
00:41:40: oder geht's darum gar nicht?
00:41:42: Ich glaube das geht mir gar nicht darum.
00:41:43: Also tatsächlich verkaufen tue ich dann über Sammlung auch.
00:41:47: Mir wurde jetzt auch mein Video abgekauft oder durch die Ausstellung selber oder durch ein Stipendium.
00:41:53: Das sind eigentlich so die Dreh- und Angepunkte Projektförderung.
00:41:59: Aber so was, dass ich sage, ich verkaufe eine Arbeit kommt eigentlich selten vor.
00:42:02: Ich habe auch Bilder die verkaufen sich tatsächlich ganz gut.
00:42:05: Die werden aber eben einfach nicht so oft ausgestellt weil das Interesse ist eher dann auf diese Aktion und will jetzt auch mal ändern, weil ich einfach die loswärmte.
00:42:13: Nein, das nicht!
00:42:13: Die sind wunderschön, aber... Welche
00:42:15: Bilder?
00:42:16: Die Fälle mit Teilbilder.
00:42:17: also sie kommen einfach nicht an die Fläche.
00:42:19: Sie müssten einfach mal ausgestellt werden.
00:42:21: Also die hatte ich einmal hier auch ein paar Mal schon ausgestellt und die wurden meistens alle weg gekauft, weil Super passen.
00:42:28: Ja, jetzt verschenke ich sie mal als Hochzeitsbilder.
00:42:33: Was weg muss?
00:42:33: Ich brauche den Platz und einen ganzen Pferd da stehen!
00:42:38: Und ich möchte nicht wissen was alles noch an den Kühltronen drin ist.
00:42:42: Ja genau also das gebe ich halt ein bisschen auf.
00:42:44: jetzt alles und also nicht die Kunst sondern... die Art und Weise so zu arbeiten, denn auch das Lagern ist einfach ein Thema finde ich.
00:42:52: Es ist ein Berlin-Thema.
00:42:53: also immer über ein Thema und ich habe auch ein komisches Gefühl dabei überhaupt dass Arbeiten da rumstehen die nicht gesehen werden oder die keine Verwendung haben.
00:43:02: plötzlich es ist auch nicht wichtig aber sie stehen bei mir um und ich weiß schon nicht mehr was sich damit machen soll und Ich bin gar nicht einer der Künstlerinnen die so viele arbeiten hat.
00:43:11: Also, die Hundeaktion ist ja eine Aktion.
00:43:14: Das Video ist ein Video oder die Sound.
00:43:17: Es sind alles Sachen, die eigentlich keinen Platz wegnehmen aber die Präparate.
00:43:20: Die nehmen viel Platz weg und sie sind viel zu schade als dass sie eingewickelt in Tüchern in meinen Regalen stehen und nicht in den Keller dürfen weil es dazu feucht ist.
00:43:29: Hast du ein Projekt?
00:43:31: Eine Idee?
00:43:32: Ein Kunstwerk was du unbedingt nochmal umsetzen möchtest?
00:43:37: Ja!
00:43:38: Einen Traum?
00:43:39: Ne, Traum ist es nicht.
00:43:40: Es ist tatsächlich eine Arbeit, die ich gerne umsetzen möchte und die auch realistisch ist.
00:43:44: Das ist kein Traum!
00:43:45: Und zwar möchte ich so lange mein Hund noch lebt eigentlich aber das sieht gerade nicht so gut aus mit seinen Herzklängen arbeiten weil er hat ein Herzproblem.
00:43:56: und ich habe auch da Inspirationsquelle Cardiologie mich einfach von diesen Bildern und von diesem Herzrhythmen inspirieren lassen und möchte sie eigentlich gerne in Sound und vor allen Dingen Video umsetzen.
00:44:10: und eigentlich würde ich mir vorstellen, dass der Hund selber in dem Raum ist währenddessen live seine Herzklänge genutzt werden.
00:44:17: Um den Raum zu bespielen.
00:44:19: das heißt da hatte ich überlegt auch mit einem Musiker zur Arbeiten der Klavier spielt oder eine Musikerin die Hafe spielt Sodass auch da so eine Interaktion gibt, dass sozusagen ein klassischer Musiker mit diesen Herzklängen arbeiten muss oder soll und auch experimentell.
00:44:35: Und das eben dadurch die ganze Farbe des Raums sich verändert.
00:44:39: Wie geht's dem Hund damit?
00:44:40: Also mit meinem geht es nicht mehr.
00:44:41: Aber mit meinem neuen geht es... Der hat aber keinen Herzfehler Gott sei Dank!
00:44:45: Einfach die Idee diese Herzklinge zu nutzen oder halt.
00:44:49: nur sieht dann einen Menschen den er kennt.
00:44:51: Da verändert sich einfach der komplette Raum.
00:44:53: Da verändert sich auch die Musik.
00:44:56: Das finde ich halt ein bisschen stocking, aber das finde ich irgendwie ins Cool.
00:44:59: Das würde ich gerne machen und habe mich so oft schon eingereicht.
00:45:01: Und die andere Arbeit, die ich sehr gerne eingereichte, möchte eigentlich gerne Ziegen in meine Ausstellung bringen, dass sie meine Arbeiten kaputtmachen oder zerstören und darauf rumspielen und die zerfetzen.
00:45:15: Auch das hat niemand angenommen.
00:45:16: Es gab öfters mal Interesse und dann hieß es, wir wissen nicht ob wir das realisieren können...
00:45:22: Marie Lentschbeckert sucht Interessenten für ihre Arbeiten und da sind tolle Projekte dabei.
00:45:28: Also ich habe auch das Gefühl, dass es noch tausende Ideen sind wenn wir jetzt philosophieren würden.
00:45:35: Cam war ganz weit denke ich so mit den Ideen die du hast weil letztendlich ist das ja auch ein Fundus des Leben einen ewiger Fundus an Räumen die man bespielen kann Konstruktionen, die man entwerfen kann.
00:45:52: Insofern kann ich mir vorstellen, dass du da unerschöpflich arbeiten kannst?
00:45:58: Ja und auch werde!
00:46:00: Man muss natürlich schon gucken, wenn man so viel, ich sage nicht Potenzial aber vor allem so viele Fähigkeiten lernt durchs Leben.
00:46:07: Ich habe so viele Quereinsteiger-Jobs gemacht.
00:46:11: Zahntechnik hab' ich gearbeitet in der Präparation Pathologie, Mitteilwerkstätten und was man da alles so lernt.
00:46:19: Dass man das auch irgendwie weitergibt oder auch Menschen berät die in der Kunst sind und nicht wissen wohin mit ihr tollen Handwerk rein droptechnisch dass man da eben ganz viel findet.
00:46:32: Das wird bei dir stattfinden in Berlin In den neuen Räumen?
00:46:35: Ja,
00:46:35: genau.
00:46:36: Wo
00:46:36: finde ich dich denn?
00:46:37: Also wenn man dich sucht... wo findet man dich also zum einen jetzt hier in Dysmorphia und der Ausstellung an den meckelschen Sammlungen in einer Kapelle am Unicampus, am Medizincampus Steintor so heißt er richtig.
00:46:50: Wo find ich dich, wenn ich dich suche im Berlin, wo genau?
00:46:54: Im Berlin, in Schöneberg am Bayerischen Platz.
00:46:58: Die Räume sind in der Martin-Lutterstraße in Schoeneberg und da gibt es Instagram für.
00:47:03: also der Kunstraum, den ich mit den anderen beiden Betreiber heißen Schützenverein.
00:47:07: Weil wir alle drei Sternzeichen-Schütze sind nicht nur deswegen sondern weil wir auch denken das ein Schutzraum ist.
00:47:16: Wir sind nicht gefördert und wollen machen das selber und entsprechend haben wir auch keine Sorge dass er uns verloren geht und wir können eben alles ausstellen worauf wir Lust haben was wir gut finden ohne unbedingt Profitraus zu machen weiß natürlich cool wäre das wir aber nicht machen.
00:47:30: und das andere der andere Raum heißt und der ist direkt daneben, deswegen zusammengeschrieben Bischützenverein.
00:47:36: Ja super!
00:47:37: Und jetzt fällt mir am Ende noch ein.
00:47:39: du schreibst auch einen Tagebuch.
00:47:42: es gibt eine
00:47:43: App?
00:47:44: Es gibt ne App.
00:47:44: ich war ja gut vorbereitet also ich wusste ja schon rechtzeitig Bescheid Das hing ja auch rechtzeitig angefangen.
00:47:50: Sonst, zum Beispiel ich hier heute gestern was posten habe aber nichts hingekriegt.
00:47:53: Muss sich noch nachholen.
00:47:54: genau das Tagebuch beschreibt eigentlich also viele Sachen die natürlich schon in der Vergangenheit liegen sonst würde ich es gar nicht schaffen.
00:48:01: Also wenn ich jetzt jeden Tag... Also ich kann ja nicht in einem Monat eine ganze Ausstellung herstellen.
00:48:06: Es geht nicht!
00:48:07: Aber Ich hab sozusagen meine Zweifel gemischt mit den Experimenten die ich gemacht habe.
00:48:15: Die Zweife die ab dem tag wo ich das tagebuch gestartet habe, nämlich Countdown läuft nur noch ein Monat.
00:48:22: Dann ist die Eröffnung mit okay.
00:48:25: was hab ich eigentlich in den letzten sechs Monaten gemacht?
00:48:27: also fünf in dem Fall und womit habe ich mich beschäftigt?
00:48:32: Also das Tagebuch muss man vielleicht auch mal dazu sagen dass es das Tagebruch für das Stipendium an der Kunstschiftung Sachsen-Anhalt Führst du da auf einer App und da kann man nachlesen, wie sozusagen der Werdegang ist in den letzten fünf Monaten für dich?
00:48:49: Wie es dir da sozusagen ergangen ist.
00:48:51: Genau!
00:48:51: Und dadurch war's für mich natürlich auch machbar weil viele Dinge habe ich halt gut dokumentiert uns schon angefangen.
00:48:56: Ich würde in einem Monat nicht eine ganze Ausstellung keinen ganzen Stipendium schaffen das geht natürlich nicht.
00:49:01: aber jetzt die Zweifel und dass was dazwischen und die Sachen die ich eben nicht geschafft hab Sie sind natürlich jetzt auch in dem letzten Monat sichtbar.
00:49:10: Zum Beispiel wollte ich mich mit der Schnürbrust beschäftigen und einen Korsett bauen, das habe ich angefangen festgestellt, dass ich eben keine Schneiderskills hab, da müsste ich mir Hilfe suchen.
00:49:19: Dann bin ich einfach an eine Grenze gestoßen, wo ich sage okay die Zeit reicht nicht.
00:49:23: Die Idee ist da aber die Zeit reich nicht.
00:49:26: Da endet das jetzt erstmal, aber genau das Lamm habe nicht mit reingepackt.
00:49:32: Das kann ich aber auch noch machen, weil das wäre jetzt zum Beispiel für die nächste Ausstellung und ich habe das Tagebuch bis Mitte Juni und da werde ich nach der Eröffnung natürlich am Lamm arbeiten und dann kann ich das in den Tagebüchern in das Tagebuch mit reinpacken.
00:49:46: Ich dachte es wäre eine gute Gelegenheit,
00:49:49: auf ein süßes Lamm hinzureisen.
00:49:52: Marie-Lynne Speckert, es war mir ein absolutes Vergnügen mich mit dir auseinanderzusetzen zu unterhalten.
00:49:58: Du hast wahnsinnig viel zu bieten und viel zu erzählen!
00:50:01: Und ich denke wenn Leute dich besuchen bist du sicherlich auch ein Quell für viele Inspirationen und teilst mit was du kannst.
00:50:09: also das habe ich jetzt auch verstanden von dem Raum.
00:50:11: Also soll auch ein raumender Kommunikation sein auch mit deinen Mitarbeitenden zusammen ja und insofern Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für die Zukunft.
00:50:22: Vielen Dank, war auch auf meiner Seite eine Ehre.
00:50:26: Danke schön!