NEU WERK - Der Podcast der Kunststiftung

NEU WERK - Der Podcast der Kunststiftung

Gespräche über Kunst und die Welt - im Podcast der Kunststiftung

Transkript

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00:00:06:

00:00:09: Willkommen

00:00:09: bei Neuwerk, dem Podcast der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

00:00:14: Das Gesprächsformat ist ein Porträtformat

00:00:17: und heute stellen

00:00:19: wir die Künstlerin Linda Grüneberg

00:00:21: vor.

00:00:22: Hallo!

00:00:22: Grüß dich!

00:00:24: Linda Gruneberg wird von ihrer Arbeit erzählen,

00:00:27: von einer

00:00:27: Entwicklung, die sie gemacht hat.

00:00:30: Mein Name ist Anne Seiler.

00:00:32: Ich stelle die Fragen

00:00:33: und

00:00:33: ich beginne auch mit den einfachsten Dingen, also wie du heißt.

00:00:38: Das wissen wir jetzt schon.

00:00:40: Meine zweite Frage ist Wie alt bist Du?

00:00:42: Und wo kommst Du

00:00:43: her?

00:00:44: Ich lebe und arbeite in Halle Ursprünglich komme ich aber aus der Oberlausitz aus Sachsen.

00:00:50: In der Nähe von Bautzen liegt das und ich bin forty-one Jahre alt.

00:00:55: Linda!

00:00:55: Und wie würdest Du Deine Profession beschreiben?

00:00:58: Also was bist Du?

00:01:00: Ich würde mich als freischaffende Künstlerin bezeichnen.

00:01:04: Also ich bin Grafikerin, aber gelernt bin ich eine Bildhauerin.

00:01:10: Ich komme sozusagen aus der Bildhauerei und über meinen Studium, über meine künstlerischen Werdegang bin ich zur Grafikerin geworden.

00:01:18: Das ist eine sehr spannende Geschichte die du uns gleich erzählen wirst.

00:01:23: Und zunächst einmal noch eine Frage, die auch allen Gesprächspartnerinnen hier stelle Was verbindest du mit der Kunststiftung?

00:01:32: Die Kunststriftung ist für mich seit vielen Jahren auch ein Förderer oder einen Raum, der meine Arbeit sichtbar macht.

00:01:41: Und sichtbar

00:01:42: machen,

00:01:43: das ist das Stichwort.

00:01:44: Wir wollen hier über Arbeiten reden die normalerweise ja angesehen werden oder reden immer über arbeiten, die über das Auge funktionieren, die meiste Zeit zumindest auch deine Arbeiten tun das.

00:01:57: wir haben hier aber ein Audioformat.

00:01:59: deswegen wollen wir deiner Arbeit zum Klingen bringen.

00:02:03: du hast dir was mitgebracht in dem mir liegt eine große Mappe.

00:02:07: Ja es ist.

00:02:07: zum einen ist es ein großes Arbeitsbuch mit ganz vielen Studien zu meinen Grafiken, das sind Formen und Farbexperimente.

00:02:17: Dann habe ich Papierfaltungen mitgebracht die... als Druckstock mir dienten für eine Serie.

00:02:24: Ich habe einen Textil mitgebracht, was ich einmal an einem großen Holzwebrahmen gewebt habe und noch kleine Arbeitsproben zum Anfassen von Japan-Papier auf dem ich auch ganz viele meiner Grafikserien gedruckt

00:02:37: habe.".

00:02:37: Das werden wir uns gleich mal zu Gemüte führen – auch mal anfassen zusammen!

00:02:44: unterschiedliche Erfahrungen, die man auch damit machen kann.

00:02:47: Aber bevor wir da hinkommen kommen wir zu dieser spannenden Frage wie kommt man als Bildhauerin

00:02:53: zur Grafikerin?

00:02:54: Das klingt nach einem langen

00:02:56: intensiven Weg.

00:02:57: Also angefangen hat es mit einer Ausbildung zur HolzbildhauerInnen in Berchtesgaden, das dauerte drei Jahre und danach habe ich einen Studium an der HFPK Tresden angefangen im Fachbereich Bildhauerei.

00:03:11: Und ich kam ja als Holzbildhauerin von der Figur und auch das Thema der menschlichen Gestalt hat mich da noch sehr begeistert.

00:03:20: Ich habe auch noch am Anfang meiner Studiums figurelisch gearbeitet und modelliert.

00:03:25: Und habe aber da ganz schnell gespürt, ich möchte eigentlich dieses Statische auflösen.

00:03:37: vielleicht auch durch Wasserdampf oder Nebel, oder durch andere Materialien wie Glas.

00:03:44: Also Figuren in Glas zu machen wo Licht reinkommt und man mit Transparenz und Transluzenz arbeitet irgendwas dieser Schwere dieser Figur aufzulösen.

00:03:55: Kannst du das mal einem Beispiel erklären als dir das bewusst wurde?

00:03:59: Ich möchte dass sich diese Figur bewegt.

00:04:04: Ja eine meiner Figuren die ich vor Studium oder im Grundstudium gemacht hatte in Dresden, die hatte ich zum Beispiel aus Kinderknete modelliert.

00:04:14: Das war eine sehr aufwendig modellierte Figur.

00:04:17: aber diese Möglichkeit dass dieses Material jederzeit verformt werden kann und sie nicht fest wird und damit vergänglich ist das war für mich ein Ansatz der übertragenen Bewegung.

00:04:32: Dass das Material die Ewigkeit da ist.

00:04:40: So, dann hast du angefangen zu experimentieren?

00:04:42: Du hast es gerade erzählt.

00:04:44: und wie ging's denn

00:04:44: weiter?

00:04:45: Weil zum Papier ist dann doch noch ein langer Weg.

00:04:48: Ja ich habe mich irgendwann... Da bin ich schon an die burgibischen Stein nach Halle gewechselt, mich für das Material Papier entschieden.

00:04:57: Es war... Papier ist für mich ein sehr universelles Material.

00:05:04: Es hat zum einen sehr viel eine plastische Qualität, aber auch eine grafische Qualität und es ist... Mich fasziniert das.

00:05:12: es ein sehr natürliches Material, aber es ist mit dem Holz verwandt, so ein natürliche Fasern aus dem es hergestellt wird.

00:05:22: Aber im Vergleich zum Holz ist es sehr leicht!

00:05:25: Und es ist sehr alltäglich und überall verfügbar.

00:05:29: Es gibt einen sehr unterschiedlichen Qualitäten und Haptiken bis hin zu Japan-Papieren, die sehr hauchdünn und transparent werden.

00:05:38: Es sind auch sehr schwere oder handgeschöpfte Papiere, die wieder einen ganz anderen Charakter haben.

00:05:43: Das hat mich sehr fasziniert!

00:05:46: Das heißt du

00:05:47: im Studium kennengelernt

00:05:48: und da hattest du dann auch Möglichkeiten das erste Mal, dich damit experimentell auseinanderzusetzen.

00:05:53: oder war das schon in der Kunstschriftung?

00:05:57: Das war noch während meines Studiums.

00:05:59: Ich hatte während des Studiums Papierinstallationen gemacht.

00:06:02: ich habe das sehr zerknült und Landschaften daraus geformt oder riesen Papierschiffe gefaltet die wir an einem Mobilär im Raum hing und sich bewegt haben.

00:06:15: Und ich hatte auch einen Kurs im Papierschöpfen belegt.

00:06:19: Da hatte ich das erste Mal ein zerknülltes und gefaltetes Papier in Papier eingeschöpft, in Papiellagen dazwischen gelegt und das in das Papier wie verschlossen.

00:06:31: Plötzlich war diese dreidimensionale Form des Papiers in eine Zweidimensionalität überführt worden.

00:06:39: Es hatte aber trotzdem noch den Anschein der Plastizität Ein Punkt in meinem Studium, wieso ein Wendepunkt?

00:06:49: Wo ich dann angefangen habe zweidimensional zu arbeiten.

00:06:54: Das Spannende ist – da kommen wir auch noch drauf – von der Dreidimensionalität zur Zweidimentionalität und dann aber wieder zur DREIDimensionalität.

00:07:02: Und das ist das was den Prozess beschreibt mit der Arbeit, die du jetzt

00:07:05: gerade machst oder?

00:07:07: Ja!

00:07:07: Die Dreidimmensionalität optisch immer noch spürbar in meinen Grafiken.

00:07:12: Die ist mir auch als Bildhauerin, ist das immer noch ein wichtiger Moment mit Farbe und Strukturen eine Räumlichkeit in den Grafikten zu erzeugen?

00:07:21: Eine Plastizität – so eine Illusion von Plastzität auch mit reinzubringen!

00:07:27: Du hast die Seminare sucht, du hast diese dreidimensionale Papierplastik gemacht.

00:07:36: Genau so war schon der Punkt gefasst, dass ich mich auf das Papier konzentriere oder auch beschränke.

00:07:41: Das ist auch ein ganz wichtiger Aspekt in meiner künstlerischen Arbeit, dass Ich mich immer sehr stark einschränke und seit fünfzehn Jahren ist Papier mein Arbeitsmaterial Und für diesen Überführungsprozess war mir das wichtig, dass ich... Ich bin in die Druckgrafik sozusagen übergewandert von der Figur.

00:08:00: Das was sich aber abgedruckt habe waren Papierobjekte.

00:08:05: In meinem Diplom waren das Papierfaltungen.

00:08:08: Ich hab auch eines mitgebracht um das mal zu sehen und anzufassen.

00:08:13: Es ist wie so ein kleines Quadrat, was unterschiedliche Was gefaltet wurde aus einem A-IV großen Platt und die Faltung, die dabei rauskommt hat unterschiedliche Höhen und Tiefen.

00:08:25: Es ist wie ein ganz feines Relief was da...was die Faltung erzeugt.

00:08:31: Das erinnert so ein bisschen an einen Weihnachtsstern, einer noch nicht ausgeschnittenen.

00:08:35: aber wenn man da so drüberfasst dann merkt ich also Stellen.

00:08:38: da sind mehrere Lagen Papier übereinander, an anderen kleinen Stellen Vielleicht

00:08:46: nur eine oder zwei.

00:08:48: Also das fühlt sich total schön an, auch weich.

00:08:51: Das war ich jetzt mit mir.

00:08:52: Gefällt mir gut

00:08:53: die Faltung

00:08:54: eins.".

00:08:55: Das ist wie gesagt nur mein Druckstock denn sieht man dann gar nicht bei der fertigen Arbeit.

00:08:59: und ich habe insgesamt im Diplom fünfzehn verschiedene Faltungen angefertigt.

00:09:05: Manche davon waren symmetrisch gefaltet andere asymmetrisch weil ich es natürlich auch viele, viele Male immer angefasst habe.

00:09:14: Sieht man da auch meine Handspuren drauf?

00:09:17: Aber nochmal zur Frotage-Technik!

00:09:21: Du hast diese Papierstücken also dieses die Faltung eins mit und andere Faltungen zusammen verarbeitet in einer Drucktechnik um dann die Arbeit zu kreieren.

00:09:32: Also die Faltung ist wie ein Druckstock für mich Und die Frotage ist meine Drucktechnik.

00:09:39: Die kennt man auch aus Kindertagen, indem man eine Münze unter einen Blatt Papier gelegt hat und darauf dann mit einem Pleistiftstrüber schraffiert hat.

00:09:49: Diese Technik habe ich für mich perfektioniert.

00:09:53: Mein Pleistifftift ist in meinem Fall einer Walze mit Druckfarbe.

00:09:58: Ich habe die ersten Jahre immer Monochrom gearbeitet also immer mit Schwarz Und mein Papier, was ich drübergelebt habe war zu meinem Diplom ein Transparentpapier.

00:10:12: Man sieht durch das Transparent-Papier das, was noch unten drunter liegt – in meinen Fall liegt ja die Papierfaltung unten darunter.

00:10:20: und um dem Prozess noch zu erklären wie diese Grafiken wieder aus Grafigen entstanden sind… Papierfaltung, diesen Druckstock.

00:10:30: Und da meine Transparenz-Papier liegen und gehe oben drüber mit einer Walze... Da ist Farbe dran!

00:10:37: ...und die Faltungen, die weiter oben liegen, nehmen die Farbe.

00:10:42: Da reibt die Walze am stärksten die Farben ab also die werden ganz dunkel und die Stellen der Faltung in die Tiefer liegen.

00:10:49: Da kommt weniger Farbe hin und damit entsteht ein Abdruck dieser Faltung der unterschiedliche Grau-Werte hat und sehr plastisch wirkt.

00:11:02: Also man hat das immer noch diesen Anschein, die Wiedergabe dieser Papierfaltung aber es ist halt nicht mehr dreidimensional.

00:11:10: Es ist nichts Plastisches mehr sondern es hat wie übertragen auf dieses Papier.

00:11:15: Und das Schöne ist auch bei dieser Frotagetechnik dass sie sehr simpel ist.

00:11:20: Das ist eine sehr einfache auch wieder sehr tausende Alte Drucktechnik, die das was unten drunter liegt ja eins zu eins überträgt.

00:11:28: Aber jeder Druck wird mit der Hand durchgeführt ohne Maschine, ohne Druckpresse und jeder Druckwirt anders.

00:11:38: weil je nachdem welche Farbe wie viel Farbe ich auf der Walze habe, wie stark ich aufdrücke, wie oft ich rüberwalze ist jeder Druck anders Und die Grafiken entstehen.

00:11:49: indem ich diese Drucker aneinander reihe habe ich die Drucker Reihe für Reihe untereinander angelegt.

00:12:00: auf den Papier und wieder zu teilen, bin ich wieder von vorne, hab' ich angefangen, wieder den Druck übereinanderzulagern.

00:12:08: Bis zu drei unterschiedlichen Lagen habe ich gedruckt mit mehreren Tausend Einzeldrucken sind einzelne Grafiken daraus entstanden.

00:12:20: Dann

00:12:20: hat dich

00:12:21: dieses Thema nicht mehr losgelassen und du hast weiter experimentiert in der Grünenberg, kann man das so sagen?

00:12:27: Absolut.

00:12:28: Es ist wie ein kleines grafisches Labor- und Experimentierfeld was mich seit fünfzehn Jahren nicht loslässt und es gab immer wieder Wandlungen und Weiterentwicklung in diesem Prozess.

00:12:43: Dann nimm uns doch mal mit!

00:12:44: Genau wir haben bei meinem Diplom an der Bogebichensstein angefangen wo der Druckstock meine Papierfaltung war und ich Monochrom gedruckt habe.

00:12:53: Und dann hatte ich nach meinem Studium eine sehr schöne Ausstellung besucht in Dresden von der Künstlerin Judith Raum, sie hat sich mit den Textilarbeiten des Bauhauses beschäftigt.

00:13:05: Sie hatte ganz viele... Arbeitsbrücher ausgestellt mit Textilen, Arbeiten und Webproben.

00:13:12: Sie hat ganz viele Textile nachweben lassen zum Anfassen, dass man mal das haptische selber spüren kann.

00:13:19: Und das war für mich so ein Aha-Moment wo ich ganz viel parallel zu meinen Diplomen gesehen habe, dass meine Grafiken die so schichtweise Reihe für Reihe aufgebaut haben auch was sehr Textiles und Stoffliches schon in sich hatten.

00:13:36: Ich habe auch wie die Weber am Bauhaus damals Arbeitsbücher angelegt, weil ich damals schon den Diplom ganz viele Musterproben angefertigt habe mit meinen unterschiedlichen Faltungen.

00:13:48: Weil immer wenn man die Faltung anders dreht und anordnet entstehen andere Binstrukturen und andere Verflechtungen und genau das war Erstmal ein ganz schöner, langer Prozess des Suchens.

00:14:07: Welche Strukturen interessieren mich?

00:14:09: Welche wirken besonders plastisch und aus einer Auswahl sind dann die großen Arbeiten entstanden?

00:14:17: Ja nach meinem Studium waren es vor allem dann die Textilstrukturen.

00:14:21: Geometrisch ist das ja bei mir immer und abstrakt ist es auch immer.

00:14:26: Ja, das können wir uns ja mal gemeinsam angucken und du teigst mal was von der Erfahrung aus dieser Ausstellung oder von deinem Umgang mit den Textilien die andere Künstlerinnen gemacht haben.

00:14:39: Was da bei dir hängen geblieben ist?

00:14:40: Was dir wichtig geworden ist, was in dem Prozess eingegangen ist und wie das sozusagen auf deine Arbeit gewirkt hat.

00:14:47: Deswegen auch die Mappen

00:14:48: hier.

00:14:51: In dieser Ausstellung ganz viele Parallelen zu meiner Diplomarbeit festgestellt.

00:14:55: Aber ich habe auch diese Beziehung zu dem Bauhaus, dass die Weberinnen genauso materiell sensibel waren oder diesen handwerklichen Prozess sehr stark eine Rolle spielte in ihrer Arbeit.

00:15:11: und Eine weitere Parallele war dieses systematische Denken, was die Weber auch haben.

00:15:17: Sie sind auch sehr eingeschränkt in ihren Feld, in ihrem Webrahmen... Er gibt einen Feld vor und sie haben ja immer nur die horizontale und vertikale Linie.

00:15:29: Aber aus der Überkreuzung und Schichtung von diesen vertikan- und horizontalen Linien entwickeln Sie Muster, die so unterschiedlich sind und so vielfältig und unerschöpflich sind... Das hat mich sehr fasziniert!

00:15:44: Und diese systemische Denken hatte ich auch schon in meiner Diplomarbeit drin, wo ich mir auch selbst so Notationssysteme überlegt habe die immer verbildlichen, wie ich diese Faltungen verrückt und angelegt habe.

00:15:59: Und nun war mein Intention – Ich möchte gerne weben!

00:16:02: Ich möchte gern diesen Webprozess in die Grafik überführen.

00:16:06: Also es ist wieder eine plastische Technik, die ja auch das Weben, das Textil hat ja auch so ein ganz feines Rief wie meine Papierfaltung, und wie kann ich das in das Papier überführen?

00:16:17: Und da hatte ich unterschiedliche Ansätze gefunden.

00:16:21: Also du hast auch quasi einen Rahmen...

00:16:24: Mein Rahmen ist das Blattpapier.

00:16:25: Ist der Rand vom Papier also die Begrenzung?

00:16:29: Was sind jetzt deine zwei Ansätze gewesen?

00:16:31: Das kannst Du uns dann

00:16:32: auch mal zeigen!

00:16:33: Genau, ich habe etwas mitgebracht für Dich.

00:16:36: Der erste Ansatz war Ich webe einfach selbst Papierstreifen und Erzeuge, die Papier Streifen.

00:16:46: wenn sie verwebt oder verflochten sind erzeugen ja auch einen Reef wie bei meinen Faltungen.

00:16:51: Und das habe ich wiederum wie die Faltung unter mein Papier gelegt in meiner Walze wieder drüber und habe diese gewebten flochenden Strukturen wieder auf meinem Papier übertragen.

00:17:03: Die Papier streifen kann man gut erkennen.

00:17:07: also du hast Papier in Schwale vielleicht so Sieben Millimeter Streifen geschnitten und hast die dann verflochten.

00:17:15: Tatsächlich, wie man früher Blumengrenze geflochten hat oder auch im Kindergarten haben wir, glaube ich, so Tisch-Sets, so Untersetzer geflochte sowas in diese Richtung natürlich viel, viel feiner und natürlich viel größer auch.

00:17:30: also das sieht nach wahnsinnig viel Arbeit aus!

00:17:33: Das ist jetzt A drei in einem Arbeitsbuch?

00:17:34: Das ist nur eine Arbeitsprobe sozusagen gewesen für dann größere Arbeiten.

00:17:39: Und man sieht, du hast also quasi

00:17:42: auf der Größe

00:17:43: des Plattes ja mit ganz ganz vielen Streifen die du dann immer wieder überrollt hast eine strukturisch hafe und das sieht tatsächlich aus wie ein Stück Teppich vielleicht auch so?

00:17:57: Ja, das ist

00:17:57: eine Webstruktur.

00:17:58: Genau, das Textile wird trotzdem übertragen finde ich durch... Auch dass es jetzt ein Druck ist, ein Abdruck nimmt es ganz viel dieser Plastizität mit.

00:18:08: man hat immer die Lust mal drüber zu streichen weil man nicht glaubt, dass es flach ist weil's immer noch sehr räumlich wirkt in einem Abdruck.

00:18:16: Aber allein der Prozess den du beschreibst

00:18:18: wie lange sitzt man an einer Arbeitsprobe?

00:18:22: Ja unterschiedlich.

00:18:23: also Das dauert schon in der Größe A-Trei, schon einen ganzen Tag.

00:18:27: Und wenn ich aber ein Druckstock für eine große Grafikwebe oder Flächter dann habe ich da ne Woche nur an diesen Druckstock gesessen und den vorbereitet für den Druck.

00:18:39: Da hatte ich schon sozusagen das Gewebte in meinen Papier aufgenommen Aber es hat mir immer noch nicht gereicht.

00:18:46: Aber am Strand

00:18:47: warst du Prof.

00:18:48: oder?

00:18:50: Es ist eine schöne Grafik-Serie daraus entstanden, aber ich wollte dem Weben weitergehen weil das Weben ja vor allen Dingen mit unterschiedlichen Farben arbeitet und unterschiedliche Farben stärken.

00:19:01: und da hatte ich dann weitergeforscht wie könnte ich das in meiner Arbeit überführen?

00:19:16: drucken muss.

00:19:17: Das heißt ich habe erst parallele Papierstreifen auf einer Matritze befestigt, das ist wieder wie mein Druckstock gewesen der so ein Rejeff erzeugt und habe erstmal den Kettfaden gedruckt.

00:19:31: Parallel Streifen in einer Farbe.

00:19:34: dann habe ich einen neuen Druck drüber gelegt mit den Schussfäden, also einen horizontal parallele Streifen drüber gemacht und hatte schon mal eine raster Struktur.

00:19:47: Mit einer anderen Farbe.

00:19:48: und dann konnte ich wieder vertikal eine neue parallele streifen drübertrucken und so habe ich in den einzelnen Druckschichten wie so ein Gewebe erzeugt, was sich immer weiter verdichtet hat und vernetzt hat.

00:20:03: Und am Ende auch den Charakter eines Textilen hat es aber in unterschiedlichen Farben und Strukturen.

00:20:11: Hier habe ich eine kleine Arbeitsprobe mitgebracht.

00:20:14: die hatte ich auch.

00:20:14: damals habe ich dann angefangen auf so hauchdünnen Japan Papier zu drucken was nur neun Gramm schwer ist und auch was transparentes hart.

00:20:25: Und was ich jetzt anehe, hier zeige ist eine Papierprobe die dann aus der nächsten Grafik-Serie entstanden ist wo sich diese grafischen textilen Strukturen schon wieder anfangen aufzulösen.

00:20:39: Wieder mehr freie Räume sich dazwischen zu bilden sie wieder leichter luftiger und wieder abstrakter werden.

00:20:46: also mir geht es immer um eine Vielfarbigkeit aber auch immer um einer Farbharmonie.

00:20:52: Die Grafiken spielen meistens so einen Pastell-Tönen, dass ich ähnliche Blautöne kombiniere.

00:21:01: Je nach Platt.

00:21:02: Jedes Blatt hat eine ganz andere Farbigkeit und Struktur.

00:21:05: Genau wie ein Gewebe!

00:21:07: Und das waren noch Grafikken.

00:21:08: da war ich noch sehr daran interessiert wirklich das Textile abzubilden also den Werkstofftextil.

00:21:17: und jetzt in meinen jüngsten Grafikserie Nummer acht werde ich immer abstrakter.

00:21:24: Es geht mir gar nicht mehr um das Materialtextil oder um den Webprozess, sondern ist... Ich bin jetzt gedanklich angekommen an dem Punkt wie die Weberinnen ihre Entwürfe machen und sich um ihre Kompositionen machen und am Bauhaus was mich bis heute sehr fasziniert und inspiriert aus den Grundformen Kreis, Quadrat, Dreieck, Linien wie man daraus spannende Kompositionen herstellt.

00:22:00: Und meine jetzige Grafik-Serie ist auf schweren festem Büttenpapier was handgeschöpft ist was so ein weichen Bütternrand aufweist.

00:22:11: mit der neuen Grafik Serie habe ich auch meine Drucktechnik verändert.

00:22:15: Ich mache jetzt nicht mehr Frotage sowie in den letzten dreizehn Jahren, sondern seit zwei Jahren mache ich den Schablonedruck.

00:22:23: Und das bedeutet es ist wieder eine sehr rudimentäre einfache simple Drucktechnik die ich mit meinen Händen ausführen kann wo wiederum jeder Druck wieder ein Unikat wird den ich sehr steuern kann.

00:22:39: und da lege ich eine Schablone auf mein Bittenpapier Und diese Schablone, da ist eine Grundform ausgeschnitten.

00:22:47: In dem Fall es ist der Halbkreis und ich nehme einen Stupfpinsel.

00:22:51: Ich habe mal einen mitgebracht ums vorzuführen.

00:22:54: Jetzt

00:22:54: kommen wir zu den Punkt.

00:22:55: wie hört sich deine Arbeit an?

00:22:57: Sehr gut!

00:23:00: Die Farbe wird mit so einem Stupfpinsel aufgetragen.

00:23:04: Der Stupffinsel hat so ganz feste kurze Borsten und die Farbe ist über die Schablone so aufgetupft, nennt sich das... Du hast jetzt hier

00:23:15: dieses Bittenpapier, wir haben noch keine Farbe und die Schablonen draufgelegt.

00:23:21: Du klopfst jetzt quasi die Farbe in das Papier,

00:23:25: oder?

00:23:25: Genau.

00:23:25: Es ist kein Pinsel mit dem man die Farben aufstreicht wo man dann so die Streichspuren sieht sondern man sieht wie kleine Punkte wie kleine Pixel letztendlich die man übereinander verdichtet.

00:23:40: Ich verdichte sozusagen die Farb nach und nach.

00:23:43: ich führe das mal vor wie das klingt wenn ich arbeite ein sehr ungewöhnliches Geräusch für einen Pinsel weil der stupfst statt streicht und so kann ich jeden Druck sehr einzeln steuern.

00:24:01: Und arbeite auch mit Farbübergängen, Farbverläufen wo ich auch kleine Schattierungen stupfen kann.

00:24:09: das sind wieder mehrere hundert einzelne Abdrucke die ich auf das Papiersetze.

00:24:14: Und da kommen wir auch kurz zu der Ausstellung, wo gerade deine Arbeiten zu sehen sind.

00:24:20: Das ist die Ausstellung in der Kunststiftung hier im Neuwerk.

00:24:23: Die Twist heißt

00:24:25: und dahin

00:24:26: arbeiten von dir?

00:24:27: Wie viele?

00:24:27: Achtzehn Arbeiten sind hier eine Kunststriftung ausgestellt

00:24:30: Mit genau dieser

00:24:31: Technik.

00:24:32: Genau!

00:24:32: Da kann man auch... das ist ein serieller Arbeit, die vierzig Grafiken umfasst.

00:24:37: Ich habe sozusagen eine Auswahl getroffen und alle Arbeiten beschäftigen sich mit dem gleichen Thema, ich habe mich wieder sehr beschränkt auf eine geometrische Form.

00:24:48: Das ist der Halbkreis und aus den halbkreisen verbindenden geraden Linien habe ich Muster entwickelt die das Feld des Papiers auffüllen und wo man durch leichte Abwandlung und Farbvariationen diese Vielfalt darin ablesen kann.

00:25:10: für dieses habe ich da fünfzehn verschiedene Farbtöner herausgearbeitet.

00:25:16: Wir haben diese Halbkreise, die so einander übergehen.

00:25:20: Es bleibt

00:25:21: trotzdem geometrisch.

00:25:23: also es ist jetzt hier nicht ein Durcheinander sondern es gibt immer noch diese gerade liegen vertikal wie auch horizontal.

00:25:30: ich habe mich so ein bisschen an eine Tapete erinnert gefühlt.

00:25:34: das hörst du aber

00:25:35: gar nicht so gerne oder?

00:25:38: Nee Das begegnet mir sehr oft diese Assoziation, weil das Erste was man sieht und wahrnimmt aus seinen alltäglichen wir sind ja umgeben von Strukturen und Mustern.

00:25:49: Und natürlich kommen manchen Menschen die Tapete in den Sinn.

00:25:53: aber es gibt für mich einen großen Unterschied zwischen einem Dekorativen Intuition nach der man arbeitet und wenn man kunsthaft geht es um mehr als nur das lose sichtbare und dekorative, sondern da gibt es eine eigene Sprache die man spricht und die man vermitteln möchte.

00:26:14: Und was man zeigen möchte?

00:26:15: Man möchte ja hinter das Bild noch viele andere Ebenen sichtbar machen.

00:26:25: Durch meine Arbeitsbücher und durch die ganzen Serien, die ich ausstelle oder wenn ich auch mehrere Grafiken zeitgleich zeige dann sieht man hat man einen Blick in diesen Kosmos.

00:26:37: In diese Welt, die mich beschäftigt Und das ist ein Suchen und Experimentieren mit diesen feinen Strukturen wie eine Weberin auch Die ihre Webproben anlegt um zu sehen, welche Muster wirken wie auf mich und werden wie räumlich.

00:26:57: Und wie kann ich mit Farbe Spannung erzeugen oder eine Räumlichkeit?

00:27:03: Welchen Bild möchte ich welchen Farbcharakter geben?

00:27:06: Bist

00:27:07: es auch stimmungsabhängig bei dir?

00:27:10: Oder bist du wenn du in einer Serie drin bist da auch drinnen bis sie abgeschlossen ist zum Beispiel hier in der Ausstellung ein Twist?

00:27:19: Ja das war auf jeden Fall die mir sehr leicht von der Hand ging, die mich sehr viel Freude gemacht hat.

00:27:27: Weil es sehr gut geflossen ist.

00:27:29: Ich mache die Entwürfe für die Grafiken im Vorhinein, dass ich mehr Kompositionen baue und auch schon die Farben dann überlege.

00:27:38: aber in der Ausführung des Druckes entstehen dann auch nochmal Abwandlungen.

00:27:44: also ich doch noch mal einen kleinen anderen die Komposition doch noch mal leicht verändere.

00:27:52: Wenn man genauer hinschaut, sieht man dass es leichte Abweichungen gibt das jeder Trog nicht richtig sich leicht voneinander verschiebt oder unterscheidet, da so kleine Fehlerchen in der Arbeit drin sind, die dieser Strenge trotzdem eine Lebendigkeit geben.

00:28:12: Linda Grüneberg was bewegt dich bei deiner Arbeit?

00:28:15: Was ist das Bedürfnis dahinter?

00:28:17: Das würde ich als ein Grundbedürfnis beschreiben.

00:28:21: Also die ersten abstrakten Darstellungen von Menschen, die sind siebzig tausend Jahre alt.

00:28:27: also in den Höhlenmalereien hat man nicht nur Höhenzzeichnungen gefunden von Jagdziehen und von menschlichen Darstellung sondern auch schon von Mustern und Ornamenten.

00:28:39: Und so alt ist dieses... bedürfen es sich auch abstrakt darzustellen oder auszudrücken.

00:28:46: Und ich habe nochmal dir ein kleines Beispiel mitgebracht von meinem vierjährigen Sohn, der gerade anfängt zu zeichnen.

00:28:53: und jedes kleine Kind auch fängt man ja an mit diesen Kopf-Füßlernen.

00:28:58: also man macht einen Kreis mit zwei Augen und Mund und da unter einem Körper noch ohne Hals

00:29:06: drei rote Männer können seh' ich?

00:29:09: Genau!

00:29:10: die Sonne, die immer gerne gemalt wird.

00:29:13: Und nach paar Klettern hat er angefangen, horizontale und vertikale Linien zu zeichnen – so einem Raster!

00:29:20: Man könnte nur natürlich sagen, mein Kind sieht natürlich viel meine Arbeiten oder amt mich nach.

00:29:28: Das muss ich gerade verneinen.

00:29:29: Soviel Zeit habe ich gar nicht oder kann meinen Kind gar nicht mit ins Atelier nehmen aber ich finde es ist ein gestalterisches Grundbedürfnis was was ich auch nachgelesen habe, was viele Kinder haben die in dem Alter wenn sie anfangen sich visuell auszudrucken.

00:29:44: Auch Strukturen einfach zeichnen und Muster weisen auch über unser... Über unser alltägliches können wir hinausweisen.

00:29:56: Die können einen mitnehmen in einen abstrakten Raum der zeit- und raumlos ist.

00:30:02: Der sich nicht mit den Abbild unserer Umgebung unseres Alltags beschäftigt sondern in einen anderen Raum.

00:30:12: Und deswegen muss ein Ornament auch gerne in der Religion verwendet, im Buddhismus oder im Islam um sich dem göttlichen etwas höheren zuzuwenden und ja in einem meditativen freien Zustand zu geraten.

00:30:29: Das ist das Bedürfnis?

00:30:31: Das ist

00:30:31: für mich ein Bedürfenis.

00:30:32: während des Arbeitens Durch dass ich ja die Handgriffe immer wiederhole, immer die Drucker aneinandersetze ist das mit der Zeit auch ein sehr kontemplativer meditativer Zustand, den ich entwickle.

00:30:49: Aber das höre ich auch ganz oft von Leuten, die sich meine Arbeiten anschauen, dass sie diese Konzentration und diese Ruhe in diesen Arbeiten spüren uns sehen und das eine besondere Kreuz ist an diesen Blättern.

00:31:07: Liebe Linda Grüneberg, deine Arbeiten die jetzt im Twist in dieser Ausstellung hier in der Kunstschüftung Sachsen-Anhalts zu sehen sind, die sind im Rahmen eines Stipendiums entstanden?

00:31:18: Wie viel Zeit hattest du denn da und wo warst du?

00:31:21: Genau das Stipendum hatte ich im Jahr zwethausund vierundzwanzig.

00:31:24: Das ging ein halbes Jahr lang Und in dem Stipedium habe ich wieder eine neue Grafik Serie angefangen und einen neuen Ansatz gefunden weiter hin mit dem Thema Textil zu arbeiten.

00:31:37: Und meine Brücke zum Textilen ist das Patronenpapier.

00:31:44: Das Papier sieht auf den ersten Blick aus wie ein normales Millimeter-Papier hat aber eine ganz andere Rasterung.

00:31:51: Es ist ein bisschen größer, es hat nur acht Kästchen, acht auf acht Kästen.

00:31:56: und dieses Patronenpapier benutzen die Weber für ihre Textilentwürfe um ihre Rapporte, ihre Musterrapporte zu entwickeln für ihren Webstuhl.

00:32:07: Und dieses Patrone-Papier habe ich in einem eigenen Druckstock jetzt auf Bittenpapiere aufgedruckt.

00:32:17: Das ist sozusagen wie der Untergrund die hier Die erste Ebene meiner Grafik ist dieses feine Millimeter Raster.

00:32:25: Darauf setze ich mit dem Chaplondrucktechnik Halbkreise und Linien und verbinde sie

00:32:35: zur Muster.

00:32:37: Der Antrieb ist, den Betrachter zu zeigen, ihn damit in meine Welt zu holen oder zu sensibilisieren für das was hinter diesen Was hinter den Bildern steht für einen Denkraum und eine Beschäftigung?

00:32:59: Was steht dafür?

00:32:59: ein Denkraum, kannst du das beschreiben oder näher beschreiben.

00:33:04: Wenn du dir selber vielleicht mal ne Grafik anguckst, siehst du da... also betrachtest du da den Prozess, betrachtet du da diese.

00:33:16: was mental da passiert ist bei dir Oder das Ergebnis?

00:33:22: Ja, es ist ein Suchen nach Schönheit.

00:33:25: Also Schönheit ist ein Ziel was mich auch seit langem beschäftigt.

00:33:31: Das

00:33:32: rührt auch noch.

00:33:32: von meinem Grundstudium in Tresden her hatte ich zwei wichtige Konstultation mit Professoren der denen ich meine Arbeit gezeigt habe und die haben mir zu mir gesagt ja sie sind sehr schön und ich hab dass.

00:33:44: am Anfang war das wie so eine Beleidigung weil Der Professor, das war eher so ein Punk und in der Klasse hat man eher mit so ganz waffen Arbeiten mit Materialien gearbeitet.

00:33:58: Mit Müll, mit Abfallstoffen... Und das war alles ganz Dirty!

00:34:05: Ich kam mit meinen sehr feinen Papierarbeitende an und dann hatte er aber gesagt, Nelinda, das ist keine Beleidigung sondern es ist einfach eine Qualität die auch nicht jeder kann schöne Dinge machen oder hat die Sensibilität für dieses Feine und bleibt einfach dran.

00:34:25: Und das habe ich mir seitdem verinnerlicht und gesagt, okay... Das suche in jeder meiner Arbeiten nach Reduktion, nach einer Farb- und Formharmonie.

00:34:44: jetzt in der neuen Serie geht es viel um Symmetrie, also die Musse, die ich mache sind symmetrisch was auch wieder sehr viel Ruhe und Konzentration auch rein bringt.

00:34:55: Und das möchte ich auch gerne den Betrachtern vermitteln.

00:34:59: Harmonie war auch so ein Moment wo ich dachte du guckst auf eine der Grafiken und es bringt erst mal Ruhe so ein ruhiges Gefühl dann kann man sich ja auch noch tiefer einschauen.

00:35:10: aber dass der erste Moment ist so Ruhe ausgeglichen Vielleicht auch.

00:35:16: Ja, und dann gibt es aber wieder Strukturen die sehr in Bewegung geraten.

00:35:21: Die flimmern, die auch in dieser Reduktion, aber trotzdem was sehr Unruhiges haben das auch manchen Betrachtern zu viel wird sie sagen oder dass da Das flimmert mir zu sehr und Mir ist aber da kommt wieder die Bildhauerin in mir durch Da Kommt wieder die Bewegung für mich rein.

00:35:38: das sind gerade die strukturen, die mich reichen wenn wo man eine unterschiedliche Randtritt oder Wecktritt von der Arbeit und unterschiedlicher Dinge ein daran auffallen in diesen Strukturen.

00:35:52: Würdest du sagen, das schließt sich für dich im Kreis?

00:35:55: Also zu deinem früheren Ich, der Bildhauerin, zudem heute zu der Künstlerin die Grafikenschaft, die sich bewegen wenn man sich ja auf unterschiedliche Art und Weise ihn nähert?

00:36:10: Ja also Das ist wie ein Fluss, der sich in dem ich bin und alles fließt.

00:36:17: Alle Einflüsse die ich bekommen habe fließen darin ein und es führt mich weiter fort hin zu... In Zukunft so noch viel größeren Papierformaten So einer noch stärkeren Farbigkeit was ich mir wünsche Und dazu gibt's auch schon einen Ausblick für die kommende Ausstellung in der Kunststiftung Benita Koch Otte Sieben grafischen Ausstelle, die sehr farbenfroh geworden sind.

00:36:46: Kannst du kurz von der Arbeit erzählen?

00:36:49: Die sind ja schon entstanden auch innerhalb eines Stipendiums?

00:36:53: Ja ich hatte ein kleines Recherche-Stipendium um mich mit der Bauhausbeberin Benita Kochotte auseinanderzusetzen und dazu bin ich für drei Tage nach Bielefeld gereist in ihre letzte Bürgungsstätte nach Bietel wo sie beeinträchtigte Menschen mit der Einträchtigung, dass Webhandwerk beigebracht hat und sie aber auch in Formtheorie unterrichtet hat.

00:37:21: Und habe mir ganz viel ihre Arbeitsbücher- und Aufzeichnungen angeschaut.

00:37:26: Sie hat ganz viele Farbstudien angefertigt mit Aquarelle... ...und die werden auch in der Ausstellung bei der Kunststiftung zu sehen

00:37:36: sein.".

00:37:36: Wann ist das?

00:37:38: Das wird dann im Herbst.

00:37:53: Das

00:37:56: wird wahrscheinlich weiterhin mit dem Material Papier und Farbe und Druck zu tun haben.

00:38:01: Ich glaube, das habe ich schon sehr verinnerlicht.

00:38:06: Es ist immer offen.

00:38:08: Das Experiment geht weiter.

00:38:11: Es werden noch sehr andere Sachen entstehen, davon bin ich sehr überzeugt.

00:38:16: Sind es auf diese Synergien auch entweder mit anderen Künstlerinnen und Künstlern?

00:38:22: Mit vielleicht Bauhäuslern was du erzählt hast weil man ja auch immer wieder nochmal auf eine andere Künstlerin oder einen anderen Kündler stößt oder man lässt sich von jemand anderem inspirieren oder meinetwegen durch die Natur?

00:38:36: also wohin gehend?

00:38:37: ist das offen?

00:38:38: Ja Ich lass mich immer gerne inspirieren.

00:38:42: Ganz stark war natürlich das Bauhaus in den letzten Jahren bei mir vertreten, aber auch jetzt gerade habe ich mich stark mit Japan beschäftigt und mit der japanischen Philosophie.

00:38:54: Und ja, der Austausch ist mir sehr wichtig!

00:38:58: Ich hab auch seit zwei Jahren eine Künstleringruppe mitgegründet – Stella Matko.

00:39:03: Wir sind auch sieben Frauen die in Halle leben und arbeiten Und der Austausch ist uns sehr wichtig, die gegenseitigen Artiliebesuche.

00:39:17: Die inhaltliche Auseinandersetzung und gemeinsame Ausstellungskonzerte zu entwickeln.

00:39:24: Lina Grüneberge wo kann man dich finden wenn man dich sucht?

00:39:30: Gerade kann man mich an drei Ordnen hatte sehen.

00:39:34: Das ist zum einen in der Kunststiftung.

00:39:37: Sachsen-Anhalt, in der Twist Ausstellung.

00:39:39: Parallel findet dazu eine kleine Bergschau im Twist Concept Store an der großen Steinstraße statt.

00:39:47: Da habe ich auch acht meiner Grafiken gerade ausgestellt und im Litoversum in der Berndburger Straße.

00:39:55: Der Raum für Grafik hängen auch drei Arbeiten von mir die man auch von der Straße gut durchs Schaufenster sehen

00:40:01: kann.

00:40:02: Du hast ein Atelier in Halle und kann man da zum Atletag kommen oder auch mal so vorbei schauen?

00:40:10: Man kann mich jedes Jahr zum BBK rundkern, also zum Tag des offenen Ateliers besuchen können.

00:40:17: Wer gerne mehr über mich erfahren möchte, der findet mich natürlich auch auf meiner Webseite oder bei Instagram.

00:40:23: In den Jahren ist es auch ein Katalog über mich erschienen im Sandsteinverlag, den man online erwerben kann.

00:40:31: Also Linda Grüneberg ist zu sehen.

00:40:34: Wir freuen uns auf die Ausstellung im Herbst, auf jeden Fall in der Kunststiftung und ich danke dir sehr für das Gespräch und wünsche dir ganz viel Freude und tolle Erfahrungen mit deiner Arbeit auch in Zukunft!

Über diesen Podcast

„NEU WERK“ – der Podcast der Kunststiftung geht an den Start! Der Name meint nicht nur die Adresse Neuwerk 11 – Sitz der Stiftung –, sondern die Frage, wie eigentlich Neues entstehen kann und was es dazu braucht. Vor allem aber geht es um eines: Kunst, Kunst, Kunst! Was macht sie mit uns? Was macht sie mit den Künstlerinnen und Künstlern selbst? Wie kommen sie überhaupt dazu, was treibt sie an, was inspiriert sie, was lässt sie nicht schlafen? Und was bedeutet ihnen die Arbeit jenseits der Metropolen? Künstlerinnen und Künstler erzählen im Interview über ihre Arbeit, vor allem aber über ihr Leben – regelmäßig in unserem Podcast.

von und mit Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

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